Einfamilienhaus

Anfängliche Schwierigkeiten des Bauens

Wer in kleineren Bauarbeiten bereits genügend Erfahrung als Handwerker im Haus gesammelt hat, wird sich dem Bau eines Einfamilienhauses oder einer Wohnung leichter nähern. Dabei ist nicht gemeint, dass er den Bau selbst ausführt, denn es handelt sich um eine Arbeit, die bestimmte Fachkräfte erfordert. Es ist jedoch auf jeden Fall gut, dass auch der >>Bauherr<< mit diesen Arbeiten vertraut ist und sich bei einfacheren Dingen selbst und gegebenenfalls auch Familienmitglieder oder Freunde beteiligen. Hier soll es gerade um die Beteiligung an »großen« Bauvorhaben gehen, also um die Vorbereitungen für den Bau.

Für den Bau muss zunächst das Grundstück gesichert werden. Es genügt nicht, sich das Grundstück vor dem Kauf nur »anzusehen«. Um die besten Bedingungen für das künftige Gebäude sicherzustellen, müssen Informationen über mehrere mit dem Grundstück verbundene Aspekte eingeholt werden. Es empfiehlt sich, vor dem Kauf einen Fachmann zu konsultieren. Lage des Grundstücks, Relief, Neigung, Zusammensetzung und Beschaffenheit des Geländes, Bodenverhältnisse, Windrichtungen, Abmessungen und Form des Grundstücks, die vorhandene Vegetation auf dem Grundstück, Lage und Zustand der Zufahrtswege und der Versorgungsleitungen sind sehr wichtige Faktoren und beeinflussen die Planung und Ausführung der Bauarbeiten wesentlich. (Z. B. erfordert ein hoher Grundwasserstand zusätzliche Abdichtungsarbeiten, oder auf steinigem Boden sind die Arbeiten zur Herstellung der Fundamente erschwert). Durch die Berücksichtigung dieser Faktoren kann sich herausstellen, dass ein »billigeres« Grundstück in Wirklichkeit »teurer« ist.

Vor dem Kauf sollte auch die „rechtliche Lage“ des Grundstücks geprüft werden. In den Grundbüchern ist zu überprüfen, ob das Grundstück tatsächlich frei verkäuflich ist und nicht zufällig mit Schulden, einer Hypothek usw. belastet ist. Es ist möglich, dass es in Bezug auf das Grundstück besondere Vorschriften gibt, z. B. ein Recht bzw. eine Verpflichtung, anderen Nutzern Durchgang zu gewähren, Wasser oder Leitungswasser durchzuleiten, Enteignung, Straßenbau oder andere Bedingungen (Abb. 1). Nach der Einsicht in die Grundbücher sollten wir uns an die zuständige Gemeindeorgane wenden, um Informationen über die Baumöglichkeiten auf dem Grundstück zu erhalten. Dort erfahren wir, welches Gebäude wir an dieser Stelle errichten dürfen bzw. müssen (Erdgeschossbau, mehrgeschossig usw.), ob überhaupt gebaut werden darf und wie die städtebaulichen Entwicklungspläne der Umgebung aussehen (wo ein Kindergarten, eine Kinderkrippe, Geschäfte usw. gebaut werden). Wenn die Ergebnisse der eingehenden Grundstücksprüfung günstig sind und wenn die Lage in den Grundbüchern in Ordnung ist und auch die Stellungnahme der zuständigen Baubehörde für uns günstig ausfällt, d. h. keine einschränkenden Faktoren oder Tatsachen vorliegen, die die Baukosten erhöhen würden, können wir das Grundstück unter Einhaltung der Vorschriften für den Kauf und die Eigentumsübertragung erwerben. Solche detaillierten Vorinformationen bewahren uns vor späteren Enttäuschungen und unnötigen Kosten und vielleicht sogar davor, dass der Bauplan völlig scheitert.

rechtliche Lage des Grundstücks

ABBILDUNG 1

Nach dem Kauf eines Grundstücks ist eine Baugenehmigung erforderlich. Zweck dieser Genehmigung ist es, dass der Bau des Gebäudes in Übereinstimmung mit den geltenden Vorschriften erfolgt und dass der Eigentümer, der zum Bauen berechtigt ist, den Bau so ausführt, dass die Interessen der Nachbargrundstücke und der Gemeinschaft nicht beeinträchtigt werden. Wer ohne die vorgeschriebene Baugenehmigung baut und dies fachlich nicht sachgerecht ausführt, muss damit rechnen, dass ihm das Gebäude auf seine Kosten zwangsweise abgebrochen wird.

Dem Antrag auf Baugenehmigung ist auch ein Auszug aus dem Grundbuch als Nachweis beizufügen, dass der Antragsteller rechtmäßiger Eigentümer des Grundstücks ist. Außerdem ist ein Lageplan des Grundstücks sowie der Gebäudeentwurf (Lage und Details) mit technischer Beschreibung zu beschaffen. Es ist ratsam, bereits bei der Einholung von Informationen über das Grundstück auch bei der zuständigen Behörde Angaben zu den Entwurfsbedingungen (Maßstab, Anzahl der Exemplare usw.) einzuholen. Ungeeignete Entwürfe stellen oft ein ernstes Problem dar. Entwürfe dürfen nur von dazu befugten Einrichtungen bzw. Personen erstellt werden. Es ist nicht unsere Absicht, zukünftige »Investoren« zu beeinflussen, doch weisen wir darauf hin, dass bei größeren Planungsorganisationen fertige Typenentwürfe erhältlich sind, die relativ günstig, modern und wirtschaftlich sind und in mehreren Varianten ausgearbeitet wurden, sodass sie unterschiedliche Anforderungen erfüllen können. Auf Grundlage dieser Entwürfe lassen sich leichter Baugenehmigungen mit Massenermittlung und Kostenanschlag erhalten.

Beim Bau des eigenen Hauses hat jeder Mensch seine eigenen Vorstellungen. Diese Vorstellungen können richtig und realistisch sein, viele davon sind jedoch unrealistisch, weil sie unausführbar, unwirtschaftlich und unmodern und oft auch geschmacklos sind. Der Planer muss sich bei der Ausarbeitung des Projekts an bestimmte bundesweite Vorschriften, Normen und Planungsbestimmungen halten (z. B. darf der Zugang zur Toilette nicht über die Küche erfolgen, die Mindestfläche eines Raumes ist vorgeschrieben, die Mindesthöhe von Innenräumen, die Anordnung der Räume, Bekleidungen, Fensterflächen usw. können nicht nach Belieben gewählt werden), muss aber zugleich auch den Anforderungen des Einzelnen bzw. des Eigentümers gerecht werden. Zweckmäßige und wirtschaftliche Vorschläge der Planer zur Verwendung von Normelementen (Trägern, Türen, Fenstern usw.) sollten gewürdigt werden.

Die Interessen und Aspekte der einzelnen Personen können vor allem bei der Auswahl und Gestaltung der Fassade, der Anordnung der Räume, des Heizsystems, der Terrassen, des Kellers, der Nebengebäude usw. zum Ausdruck kommen. Wir weisen darauf hin, dass die zuständige Behörde keine Baugenehmigung auf der Grundlage unfachmännischer und unwirtschaftlicher Projekte erteilen wird, die den Vorschriften für den Wohnungsbau gerade wegen der Interessen des Investors nicht entsprechen.

Nachdem wir die Baugenehmigung erhalten haben, sollten wir uns sorgfältig auf den Bau vorbereiten. Eine gute Vorbereitung erspart uns später unnötige Arbeiten. Parallel zum Verfahren zur Beschaffung der Baugenehmigung sollte jemand mit der Erstellung von Massen- und Kostenberechnung beauftragt werden. Auf Grundlage von Massenermittlung und Kostenberechnung können wir die erforderliche Menge an Baumaterial bestimmen (unter Berücksichtigung des notwendigen Verschnitts). Diese Unterlagen werden auch für die Beschaffung eines Baukredits benötigt. Wenn wir auch den erforderlichen Kredit (oder Bargeld für den Baubeginn) beschafft haben, folgt die Beschaffung des Baumaterials.

Das Material beschafft man am besten bei einem Handelsunternehmen. Es besteht auch die Möglichkeit, bereits verwendetes Material zu beschaffen – was erheblich billiger ist – doch sollte man dies auf jeden Fall mit einem Fachmann absprechen (und gemeinsam kaufen). Verschmutzte Ziegel mit Mörtel werden nämlich später beim Mauern und Verputzen Schwierigkeiten verursachen, weil sie den Putz und den Anstrich »durchschlagen« werden. In Holzbalken, Parkettböden und Dielen können sich Pilze und Insekten verbergen, die nach ein bis zwei Jahren enorme Schäden verursachen können. Für manche Dachziegel ist die doppelte Menge an Latten erforderlich, so dass eine billig erscheinende Dacheindeckung später teurer werden kann. Ebenso verträgt weicher, gebrauchter Kalkstein keinen Frost, so dass wir ihn weder für Mauerwerk noch für Fundamente verwenden können. Insgesamt ist große Vorsicht geboten, ganz gleich, ob es sich um neue oder alte, oft billige Baustoffe handelt. Man sollte stets die Eigentumsnachweise verlangen und aufbewahren, aber auch alle übrigen Rechnungen und Dokumente sorgfältig aufbewahren.

Baumaterial

Bevor die erste Materiallieferung eintrifft, sind auf dem Grundstück noch viele Dinge zu erledigen. Wenn das Grundstück noch nicht eingefriedet ist, muss nach Abstimmung der Grenzen mit den Nachbarn und mit den amtlichen Angaben ein Zaun errichtet werden. Den Zaun zur Straße sowie den rechten Seitenzaun und die rechte Hälfte des hinteren Zauns, alles von der Straße aus gesehen, müssen wir ausführen. Der linke Seitenzaun und die linke Hälfte des hinteren Zauns gehören dem linken bzw. dem hinteren Nachbarn. Durch das Beschaffen amtlicher Unterlagen über die Zäune vermeiden wir mögliche spätere Streitigkeiten und vielleicht sogar Prozesse. In Richtung des Transports von Baumaterial ist es ratsam, nur einen provisorischen und beweglichen Zaun zu errichten.

Grundvoraussetzung für den Bau ist das Vorhandensein von Wasser vor Ort, da der Wassertransport teuer und kompliziert ist. Wenn wir einen Brunnen gebohrt haben und das Wasser schwefelig, bitter, salzig oder übelriechend ist, sollte die Hilfe eines Fachmanns zum Bohren eines geeigneten (tiefen) Brunnens oder zur Neutralisierung des Wassers in Anspruch genommen werden. Aggressives oder verschmutztes Wasser darf beim Bauen nicht verwendet werden, da es nach kurzer Zeit Beton oder Mörtel zerstören würde. Es sollte auch eine Kalkgrube ausgehoben werden, so dass sie den Transport nicht behindert und genügend Abstand zu den künftigen Wänden hat. Der Grundriss der Grube kann 3 x 2 m betragen, und die Tiefe 1,5 m.

Es ist auch ein Gebäude zur Lagerung von Material und Werkzeug sowie zum Umkleiden erforderlich. Zu diesem Zweck sollte eine provisorische Hütte mit Grundriss 3 x 3m aus Holz, Schilf oder Ziegeln mit Verschließbarkeit errichtet werden. Viel besser ist es jedoch, im Voraus eines der Nebengebäude, z. B. einen Brennstoffschuppen, für den wir ebenfalls eine Baugenehmigung haben, zu errichten und dieses als Lager zu nutzen. Wir dürfen auch den Bau einer Toilette an einem vom Wasser entfernten Ort nicht vergessen. Nach der Anlieferung von Werkzeugen und Hilfsmaterialien (Zimmermannsklammern, Seile usw.) können wir mit der Organisation der Anlieferung des Baumaterials beginnen.

Der Lkw ist so zu mieten, dass er vollständig ausgelastet wird. Für Schüttgüter sind Kipper anzufordern. Wir müssen billige, aber unzulässige Transporte vermeiden. Das gelieferte Material ist in der Nähe des künftigen Gebäudes zu lagern, damit es den weiteren Transport nicht behindert, denn so vermeiden wir unnötiges Umladen. Zement muss unter Dach oder abgedeckt gelagert werden, Ziegel sind im Verband zu stapeln, ohne Verletzungsgefahr, Sand und Kies sind mit Ziegeln eingefasst (wegen des Verstreuens). Das Löschen von Kalk überlässt man am besten einem Fachmann.

Danach können wir die Stelle des Gebäudes „abstecken“. Das übernimmt der Bauführer. Er bestimmt die genaue Lage des Gebäudes auf dem Grundstück, die Lage der Ecken und die Höhenangaben. Von der Stelle, an der das Gebäude errichtet wird, sind Unkraut und Humus zu entfernen (für eine eventuelle spätere Verwendung). Das Baugelände sollte eben sein, damit der Bauführer mit der Schnur die Lage des Fundaments festlegen kann. Die Breite der Fundamentgräben wird mit Pflöcken markiert. Unter Aufsicht des Bauführers können wir auch bei diesen Arbeiten mitwirken, das Ausheben der Gräben ist jedoch ganz unsere Aufgabe. In lockerem Boden sind Stützverbauten erforderlich, und in festem Boden müssen wir die Gräben genau nach den vorgegebenen Maßen herstellen, indem wir die Grabenwände behauen. Den ausgehobenen Boden versuchen wir an Ort und Stelle zu planieren, 1-2 m vom Graben entfernt, meist ist es jedoch notwendig, ihn abzutransportieren. Der Abtransport des Bodens lässt sich am besten als Rücktransport der Lastwagen lösen, die Baumaterial anliefern. Nach dem Aushub der Gräben ist es am besten, sofort mit der Herstellung der Fundamente zu beginnen (damit der Regen die Gräben nicht beschädigt) (Abb. 2).

Absteckung und Vorbereitung des Fundaments eines Einfamilienhauses

ABBILDUNG 2

Bau

Die Fundamenttiefe muss in jedem Fall mindestens 30 cm unter dem Geländeniveau, unterhalb der Frostgrenze, liegen. Das schnellste und zugleich wirtschaftlichste Fundament ist der sogenannte »schwimmende Stein«, den wir auf Anweisung des Handwerkers auch selbst ausführen können. Ein Ziegelfundament ist sehr teuer und kann nur von einem Fachmann errichtet werden. In hügeligen Lagen eignet sich am besten ein gemauertes Steinfundament. Nach der Herstellung des Fundaments der äußeren Hauptwände sollten die Fundamente der Mittel- und Trennwände ausgeführt werden.

Auf Grundlage des Vorstehenden haben wir mit sorgfältiger Arbeit bereits die erforderlichen Fundamente hergestellt. Für eine gute Abdichtung wird der Fachmann zwei Lagen bituminöser Abdichtungsplatten 150 verlegen, und drei Lagen heißes Bitumen gewährleisten den vollständigen Verschluss. Darauf ist auch zu achten, dass die Abdichtung 3–10 cm cm breiter als die Wand ist und dass an den Stößen mindestens 15 cm Überlappung vorhanden ist. Die horizontale Abdichtung der Hauptwände muss überall an die horizontalen Abdichtungen der Zwischenwände und an die Abdichtungen unter dem Fußboden angeschlossen werden. Viele vernachlässigen eine sorgfältige Abdichtung; jedoch ist die Abdichtung eine der grundlegenden Voraussetzungen für die Nutzbarkeit des Gebäudes (Abb. 3)

Horizontale Abdichtung der Grundmauern

ABBILDUNG 3

Der Beginn der Außenhauptwände, Innenhauptwände und Trennwände soll mindestens um 30, besser noch um 40 cm, über dem Niveau des umgebenden Geländes in der Nähe der geplanten Fußbodenhöhe liegen. Dem Handwerker, der die Arbeitsorganisation und die sogenannten Präzisionsarbeiten ausführt, können wir beim Mauern viel helfen. Deshalb ist es empfehlenswert, das Mauern, eine der arbeitsintensiven Tätigkeiten, gut vorzubereiten und den Ablaufplan im Detail und sorgfältig auszuarbeiten.

Unabhängig davon, welches Material wir für das Mauern verwenden – Ziegel, Hohlziegel, Blöcke, frostsicheren Bruchstein oder bearbeiteten Naturstein –, gelten die folgenden goldenen Regeln für jedes Mauerwerk.

  1. Versuchen wir nicht, alles selbst zu machen! Eine gute Mauerwerksqualität kann nur durch qualifizierte Arbeitskräfte gewährleistet werden. Wenn wir das Maurerhandwerk nicht erlernt haben, dann helfen wir beim Tragen von Ziegeln, beim Zureichen, beim Mischen und Tragen des Mörtels, beim Tragen von Gerüsten usw. (Abb. 4).

Hilfsarbeiten beim Mauerwerk: Ziegel und Mörtel tragen

ABBILDUNG 4

2. Die erforderliche tragende Wandbreite bestimmt der Fachmann bereits in der Planungsphase. Die erforderliche Dicke für die Wärmedämmung hängt vom Wandmaterial ab, und der Mindestwert dieses Maßes ist entsprechend der Tragfähigkeit durch Vorschriften geregelt. An der Wanddicke darf man nicht um jeden Preis sparen, denn später entstehen höhere Heizkosten; außerdem kann es bei dünnen Wänden zu Wasserdampfablagerungen kommen, was gesundheitsschädlich ist und Anstrich sowie Möbel beschädigt. Für unsere Temperaturverhältnisse sind Ziegelwände mit einer Breite von 38 cm (ohne Putz) wünschenswert. Steinwände sollten mindestens 50 cm breit sein (auch wegen der Tragfähigkeit). Es gibt auch verschiedene andere Wandkombinationen, von denen die bekannteste die Kombination aus längs angeordneten Hohlziegeln und hochkant gesetzten kleineren Ziegeln ist. Die Dicke dieser Wände beträgt 33 cm, erfordert jedoch eine sorgfältige Ausführung der Arbeiten. Eine gute Wand ist vollkommen lotrecht, und die einzelnen Elemente darin sind im Verband angeordnet. Bei Ziegelwänden ist besonders darauf zu achten, dass die Ziegelreihen gleichmäßig und waagerecht angeordnet sind. Damit beim Mauern die Maße eingehalten werden, sind Klötze, Latten, Schnüre und das Lot zu verwenden; außerdem ist die Richtigkeit des Mauerwerks häufig zu kontrollieren (mindestens nach 2-3 Reihen).

3. Horizontale und vertikale Fugen (bei Stein auch schräge) sollen etwa 1 cm betragen und diese Fugen sind gut mit Mörtel zu füllen. Die Mörtelqualität bestimmt der Fachmann; gewöhnlich wird Mörtel der Kennzeichnung H4 oder H6 verwendet. Für das Mauern von Pfeilern und Schornsteinen ist ein mit Zement verstärkter Mörtel erforderlich. Der Mörtel muss sehr sorgfältig gemischt werden, sodass sich darin keine Sand- und Kalkklumpen befinden. Zum Mischen des Mörtels sind abgelöschter Kalk und Sand ohne Ton, ohne Schlamm und ohne Verunreinigungen zu verwenden.

4. Beim Mauern sind oberhalb einer Höhe von etwa 1 m bereits Gerüste erforderlich. Gerüste dürfen nur von dafür qualifizierten Arbeitern hergestellt werden, oder sie werden auf Grundlage der Anweisungen des Meisters ausgeführt, und das Gerüstmaterial muss vollständig einwandfrei sein und über einen geeigneten Belag verfügen. Auf den Gerüsten sind Zugangsbohlen mit Latten als Rutschsicherung anzubringen. Die Mörtelkiste ist so zu füllen, dass es beim Transport nicht zu Verschütten kommt. Da beim Mauern eine größere Menge Mörtel verbraucht wird, sollten für jeden Maurer zwei Kisten vorbereitet werden.

Gerüst

5. Auf der Baustelle dürfen wir keine Unordnung zulassen! Während der Arbeit und nach ihrem Abschluss sind die Gerüste zu reinigen, damit der Mörtel auf dem Boden nicht anzieht. Auch die Mörtelkübel sind zu reinigen, und es ist nur so viel Mörtel vorzubereiten, wie an diesem Tag verwendet wird. Heruntergefallene Ziegel sind aufzusammeln, und das Gelände ist von Abfällen zu säubern, damit die Transportwege freigemacht werden. Die Ziegel sind anzuliefern und so zu stapeln, dass sie dem Maurermeister zur Hand sind, wobei darauf zu achten ist, dass der Stapel nicht zusammenstürzt und herunterfällt.

6. Die Leistung eines Maurers besteht im Einbau von 800-1000 Ziegeln in acht Stunden. Wird die Arbeit so organisiert, dass ein Arbeiter den Mörtel aufträgt, ein zweiter die Ziegel reicht, ein dritter (der Meister) setzt bzw. mauert und die übrigen (Familienmitglieder) das Material heranbringen, können in acht Stunden sogar 7000 Ziegel eingebaut werden. Auf diese Weise lassen sich die Hauptwände eines Wohngebäudes in 4–5 Tagen fertigstellen. Besondere Aufmerksamkeit ist auf die fachgerechte Ausführung der Wandanschlüsse, auf die Ecken, auf die Laibungen der Öffnungen sowie auf deren sorgfältige Justierung und auf die Anpassung des Verbands zu richten.

7. Die Dicken der Trennwände können 6, 10, 12 und 25 cm betragen (je nach den Anforderungen der Konstruktion und der Raumaufteilung). Die Ausführung von Trennwänden sollte ein Fachmann übernehmen, da diese Wände in die Nuten der Hauptwände einzubinden sind, und Trennwände aus Blöcken sind außerdem zu versteifen. Beachten wir, dass die Dicke der Blockwände in »feuchten« Räumen (Bad, Küche) mindestens 10 cm betragen sollte, weil später beim Herstellen der erforderlichen Nuten die Wände aus 6 cm zerstört werden.

8. Und zum Schluss noch einige Worte zum Schutz der Gesundheit der am Bau des Einfamilienhauses Beteiligten. Am Arbeitsplatz sollte die Möglichkeit zum Waschen, ein kleiner Raum zum Lagern und Trocknen schweißnasser Arbeitskleidung, Sonnenöl (zum Sonnenbaden) und eine fettige Hautpflegecreme bereitgestellt werden. Blasen und durch Mörtel angegriffene Hände sind sorgfältig zu waschen, Wunden zu desinfizieren und Blasen zu behandeln. Gegen übermäßige Sonneneinwirkung – insbesondere für diejenigen, die schwere körperliche Arbeit nicht gewohnt sind – sollten Sonnenöl, ein breitkrempiger Hut und leichte Kleidung verwendet werden. Kinder sind von der Baustelle und von der Grube zum Kalklöschen fernzuhalten. Solche zum Spielen verlockenden Orte sind einzuzäunen und zu herrichten.

Als klassischer Baustoff ist Ziegel sehr wichtig, daher haben wir diesem Material zwei Abbildungen gewidmet, um seine Eigenschaften bzw. »Anwendungsnormen« darzustellen (Abb. 5 und Abb. 6).

Arten und Abmessungen von Ziegeln für das Mauerwerk

ABBILDUNG 5

Die Zahlen in den kleinen Kästchen zeigen, wie viele Ziegel für 1 m2 Mauer unterschiedlicher Dicke aus Ziegeln verschiedener Abmessungen benötigt werden. Wer selbst baut, kann die Flächen der Wände der geplanten Räume leicht berechnen. Die Berechnung des Mauerwerksvolumens ist schon komplizierter, und gerade deshalb haben wir das Verhältnis zwischen Stückzahl und Wandfläche angegeben (ausnahmsweise haben wir auch die erforderliche Anzahl von Ziegeln für einen Pfeiler von 1 m Höhe angegeben).

Bei der Ermittlung dieser Daten haben wir auch den von der Mörtelschicht eingenommenen Raum berücksichtigt, und dort, wo die Stückzahl für 1 m2 keine ganze Zahl war, haben wir aufgerundet.

Ziegelarten und erforderliche Stückzahl pro Quadratmeter Mauer

ABBILDUNG 6

Wir weisen die Bauausführenden darauf hin, dass die erforderliche Ziegelzahl an den Ecken zur gegenseitigen Verzahnung der Wände entfällt, wenn wir die Berechnung auf der Grundlage der inneren Flächen vornehmen. Daher ist die Länge einer Wand im Verband um den Wert der Wanddicke zu erhöhen. In Reihen verlegte Ziegel stellen lediglich einen Materialhaufen dar; erst durch den Verbund mit Mörtel wird daraus eine Wand. Mörtel ist ein Gemisch aus gelöscht Kalk, Sand, Wasser und Zement von der Konsistenz von Sahne.

Verwendung verschiedener Mörtelarten

Mörtel der Bezeichnung H4 - für gering belastete Wände.

Mörtel der Bezeichnung H6 - für geringer belastete Fundamente aus Ziegel und Stein, für Schornsteine, für Trennwände und für Gewölbe.

Mörtel der Bezeichnung H10 - für tragende Wände mit einer Dicke von 25 cm und weniger sowie für Pfeiler mit kleineren Grundflächen als 0,1 m2

Mörtel der Bezeichnung H25 - für die Hauptwände von Kellerräumen von Gebäuden.

Mörtel der Bezeichnung H50 - für Ziegelstützen mit Verstärkung für den Fall »aggressiver« Grundwässer.

Mörtel der Bezeichnung Н80 - für den Fall »aggressiver« Grundwässer.

Mörtel der Bezeichnung H90 - für den Fall sehr »aggressiver« Wässer.

Neben diesen Aspekten sind selbstverständlich die Anforderungen hinsichtlich der Festigkeit maßgebend.

Zusammensetzung der einzelnen Mörtelarten

H10: 1,00 m3 Sand, 250 kg Zement der Marke 300 oder   0,25 m3 Kalk

200 kg kg Zement der Marke 400

H25: 1,00 m3 Sand, 350 kg Zement der Marke 300 oder 0,10 m3 Kalk

300 kg kg Zement der Marke 400

H4:            1,00 m3 Sand                                            0,25 m3 Kalk

H4f/100h:  1,00 m3 Sand  100 kg Zement der Marke 300    0,25 m3 Kalk

H4f/75n:    1,00 m3 Sand   75 kg Zement der Marke 400     0,25 m3 Kalk

H4f/50 o:   1,00 m3 Sand   50 kg Zement Marke 500     0,25 m3 Kalk

Н6:            1,00 m3 Sand  175 kg Zement der Güte 300 oder 0,25 m3 Kalk

150 kg Zement Marke 400

VP/100h: 1,00 m3 Sand 100 kg Zement der Marke 300 0,33 m3 Kalk

а/250 h:     1,00 m3 Sand  250 kg Zementmarke 300          —–

o/225n:      1,00 m3 Sand  225 kg Zementmarke 400          —–

Kalk mit Klumpen oder ungelöschter und schlecht gelöschter Kalk verursacht Krater an der Wand in Form von Kornspuren.

Mehrere Betonsorten

Es ist gut, die Eigenschaften und einige Betonsorten zu kennen, mit dem Hinweis, dass die Festigkeit des wichtigsten Bindemittels, des Zements, mit steigenden Zahlen (200, 300, 400, 500) zunimmt. Die Bezeichnung des Betons von B50 bis В500 kennzeichnet wiederum seine Druckfestigkeit. Hier einige Sorten für das »Sortiment«:

В - 50:     1,20 m3 Kies 150 kg Zement der Marke 300 oder 110 kg Zement der Marke 400

B - 70:    1,20 m3 Kies 190 kg Zement der Marke 300 oder 150 kg Zement der Marke 400

B - 100:  1,20 m3 Kies 250 kg Zement der Güte 300 oder 200 kg Zement der Güte 400

В - 140:  1,20 m3 Kies 270 kg Zement der Marke 300 oder 250 kg Zement der Marke 400

B - 200:  1,30 m3 Kies 278 kg Zement der Marke 500

Wenn wir Ziegel und Mörtel bereits näher kennengelernt haben, sei auch darauf hingewiesen, dass die Art der Verbandbildung der Ziegel durch Längslegung in Richtung der Wandlänge als Läuferschicht bezeichnet wird (Abb. 7, 1. Teil). Es gibt außerdem die Kopfschicht (Abb. 7, 3. Teil) und die sogenannte Soldatenschicht (Abb. 7, 4. Teil) in einreihiger Ausführung.

Ziegel können längs und quer halbiert werden, doch werden häufig Stücke von 1/4 und 3/4-tel Teilen benötigt. Mit diesen werden Pfeiler gebildet. Sehr wichtig ist, dass die obere Ziegelschicht um eine halbe Teilung gegenüber der darunterliegenden Schicht versetzt wird. Diese Verbundart gewährleistet die Festigkeit der Mauer. Wichtig ist auch, dass Mörtel nicht nur zwischen den einzelnen Schichten vorhanden ist, sondern auch zwischen den einzelnen Ziegeln in der Schicht in seitlicher Richtung (Abb. 7, unterer Teil).

Läufer-, Binder- und Blockverband der Ziegel

ABBILDUNG 7

Auf die fertigen Schichten ist mit der Kelle eine gleichmäßige und plastische Mörtelschicht von etwa 1 cm Dicke aufzutragen; auf diese Schicht sind die Ziegel (3) zu setzen, und auch auf die Enden der Ziegel ist Mörtel aufzutragen (2). Die verlegten Ziegel sind zunächst durch Schläge von oben an ihre richtige Lage zu bringen (4), und anschließend auch von der Seite (5) (durch Schläge auf die nicht mit Mörtel bestrichene Stirnseite). Der plastische Mörtel wird auch in die senkrechten Fugen eindringen, wodurch eine gute Verbindung erreicht wird.

Zum Halbieren von Ziegeln ist es zweckmäßig, die Länge am Hammerstiel zu markieren; so lässt sich die Schnittstelle für ein halbes oder viertel Ziegelstück leicht kennzeichnen. An der Schnittstelle sollte auf beiden Seiten des Ziegels eine tiefere Linie gezogen werden, und durch Schlagen auf die Mitte des abzutrennenden Teils bricht der Ziegel. Bei diesem Vorgang sollte der Ziegel in der linken Hand gehalten werden.

Für das Verputzen ist noch mehr Erfahrung erforderlich als für das Schneiden von Ziegeln. Das Entleeren des Kelleninhalts mit nur einer Handbewegung an die Wand wird jemandem, der sich nur selten mit dem Maurerhandwerk beschäftigt, kaum gelingen. Deshalb ist es besser, den Mörtel auf eine größere Kartätsche zu geben und dann vom unteren Wandrand ausgehend - wobei die Kartätsche waagerecht und in einem Winkel von etwa 20° zur Wand gehalten wird - den Mörtel mit leichtem Druck auf die Wand auf die Fläche aufzutragen (Abb. 8).

Putzarbeiten mit dem Richtscheit

BILD 8