Die Isolierung feuchter Wände ist kompliziert, aber als Instandsetzung wichtig und nützlich. Bevor wir auf die Isolierung eingehen, lernen wir die grundlegenden Maurerwerkzeuge kennen. Kelle oder Fangla dient zum Auftragen des Materials (Abb. 1, 1. Teil). Nach Möglichkeit wählen wir die kleinste mögliche Fangla, da das dauernde Bewegen einer gefüllten Fangla das Handgelenk stark belastet. Zum Verteilen und Glätten des Mörtels dient die Glättkelle (Abb. 1, 2. Teil).
Bei der Kelle ist es sehr wichtig, dass die Mittellinie des Griffs durch die Spitze der Kelle verläuft. Bei der Auswahl der Kelle sind kleinere Abmessungen und eine abgerundete Spitze vorzuziehen. Holzglätter (Perdaške) dienen zum Glätten des Mörtels (Abb. 1, 5. Teil). Glätter sollten wir in möglichst vielen Abmessungen bzw. Größen haben. Bei der Auswahl des Maurerhammers (Abb. 1, 4. Teil) ist es am besten, den mit einer Schneide zu wählen, da der Hammer mit zwei Schneiden (Hammer-Meißel) für Spezialarbeiten dient und außerdem 1,5-mal schwerer ist als der Hammer mit einer Schneide, dessen Gewicht 0,7 kg beträgt. Wichtige Werkzeuge sind auch die Wasserwaage (Abb. 1, 6. Teil), die möglichst groß sein soll, das Lot (Abb. 1, 3. Teil), das wir auch selbst herstellen können, Mess-, Richt- und Kontrolllatten sowie die Schnur. Lange Latten können auch zum Richten von Ziegeln dienen, indem man die Latte neben die Reihe der gesetzten Ziegel legt und durch Schläge auf sie die einzelnen Ziegel in eine gerade Linie bringt. Die Schnur wird als Führung zum Setzen der Ziegelreihen benötigt, und zwar so, dass wir sie an den Enden der Wand an zwei Latten befestigen, sowie zur Kontrolle der Ebenheit fertiger Wände (Abb. 2). Wo sich die Schnur von der Wand entfernt, ist die Wand konkav, und wo sie sie berührt, ist sie konvex.

Die nachträgliche Abdichtung feuchter Wände, deren Mörtel bereits zerfällt und deren Farbe abblättert, ist, wie bereits gesagt, eine der Arbeiten, die die größten Sorgen bereitet und am schwersten zu lösen ist. Die vollständige Lösung dieses Problems ist sehr langwierig und kann nur mit erheblichen Investitionen erreicht werden.
Bevor wir mit der nachträglichen Abdichtung solcher feuchten Wände beginnen, müssen wir uns vergewissern, ob die Möglichkeit besteht, die Abdichtung unter das Fußbodenniveau des Objekts zu führen. Wenn dies nicht möglich ist, wenn das Objekt einen Betonboden ohne Keller hat, ist es schade, die Arbeit zu beginnen, denn die Feuchtigkeit wird die neue Abdichtung umgehen.


Für eine nachträgliche Abdichtung sind umfangreiche und sorgfältig ausgeführte Maurerarbeiten erforderlich, was bedeutet, dass eine solche Arbeit ein gewisses Fachwissen verlangt (Abb.3, 1. Teil). Zunächst ist die Wand in der gewünschten Linie zu öffnen. Diese Linie sollte über dem Geländeniveau, aber unter dem Niveau des Erdgeschossfußbodens liegen. Wenn wir die geeignete Linie bestimmt haben, muss der Wandputz sowohl von innen als auch von außen abgeschlagen werden, um eine Linie zu finden, in der die Ziegelreihen annähernd horizontal verlaufen. Darauf ist zu achten, die genauen Stellen verschiedener elektrischer und anderer Leitungen in den Wänden zu ermitteln, damit wir sie nicht versehentlich beschädigen. Selbsttragende – Hauptwände und ihre Verlängerungen sollten abgedichtet werden. Nebenwände, die auf Decken errichtet sind, müssen nicht abgedichtet werden, selbst wenn sie scheinbar feucht sind, da sie Feuchtigkeit nur seitlich von den Hauptwänden aufnehmen können. Durch die Abdichtung der Hauptwände verschwindet die Feuchtigkeit durch natürliche Trocknung auch aus diesen Nebenwänden.
Öffnen von Wänden
Das Öffnen der Wände beginnen wir mit dem Herausnehmen der Ziegel oberhalb der gewählten Linie (Abb. 3, 2. Teil). Um den Ausgangsziegel herum kratzen wir oben, unten und seitlich den Mörtel aus; anschließend lockern wir ihn durch Schläge auf den Ziegel nach links-rechts und oben-unten und ziehen ihn heraus. Nach dem Entfernen des ersten Ziegels entfernen wir die übrigen sehr leicht. Damit die Tragfähigkeit der Wände nicht beeinträchtigt wird, dürfen wir die Wand nur in einer Länge von ein bis zwei Ziegeln öffnen. Das Öffnen der Wand über eine größere Länge ist gefährlich!

Das Öffnen von Wänden mit einer Breite von 1,5-2 Ziegeln, z. B. eines Ferienhäuschens, ist relativ einfach. Weitaus schwieriger ist das Öffnen der Hauptwände von Wohngebäuden, deren Breite mehr Ziegel umfasst. Wenn wir beim Öffnen der Wände die Ziegel entfernen, empfiehlt es sich, an ihrer Stelle Auflager aus halben und Viertelziegeln einzusetzen, damit es während der Arbeiten nicht zu Abbrüchen und zu Verletzungen der Hand kommt (Abb. 3, 4. Teil). Ist es uns gelungen, die Wand vollständig zu öffnen, glätten wir die freigelegten Flächen der Hauptwände und bestreichen sie mit einer dicken Schicht Isoliermasse oder mit UB-B-55 bzw. UB-B-65 Bitumen. Auf diese so vorbereitete Grundlage legen wir anschließend Isolierbitumenbahnen mit einer Breite von 15-40 cm, die wir zuvor mit Bitumen bestrichen haben. Die Bahnen sind so anzubringen, dass sie die Wandfläche überlappen. Nach Möglichkeit sollten Isolierbahnen der Kennzeichnung (Abb. 3, 3. Teil) verwendet werden. Darüber müssen wir mit recht mühsamer Arbeit neue, völlig einwandfreie und frostbeständige Ziegel in starken Zementmörtel setzen und so die Öffnung vermauern. Oberhalb der neuen Ziegellage und unter den Ziegeln der alten Wand ist mit einer Eisenstange Mörtel einzustampfen, dem wir kleine Ziegelreste beimischen können. Auf diese Weise werden wir, Stück für Stück entlang der Hauptwand vorgehend, die nachträgliche Abdichtung der Wand ausführen können.
Anstelle des Herausnehmens bzw. Öffnens der Wand auf diese Weise kann man auch mit einer Säge arbeiten, wenn die Wand aus weichem Stein besteht oder wenn die Mörtelschicht zwischen den Wänden groß ist und sich in einer horizontalen Ebene befindet. In diesem Fall brechen wir an einer Stelle die Wand durch und führen durch die vergrößerte Öffnung die Wandsäge ein. Mit der Säge können wir die Ziegellagen schneller entfernen, natürlich wiederum in kleinen Stücken. Wenn wir die mit der Säge hergestellte Öffnung etwas vergrößern, können wir auch direkt den Isolierstreifen einziehen, der auf beiden Seiten mit Bitumen bestrichen ist. Nach vollständigem Abbinden ist der Zementmörtel über dem Bitumen fest einzustampfen. Ein Verfahren zur Abdichtung ist das elektroosmotische Verfahren.
Bekanntlich dringt Feuchtigkeit von den Fundamenten her kapillar in die Wände ein. Dieser Eindringprozess wird durch die Potentialdifferenz zwischen dem Geländeniveau und den unteren Wandbereichen begünstigt. Durch das Einbauen isolierender Elektroden hört das Eindringen von Feuchtigkeit automatisch auf.
Elektroden werden in die Wand oberhalb des Geländeniveaus und unterhalb der Unterkante des Fußbodens für 15 cm eingebaut. Sie bestehen aus Eisenstäben – Betonstahl – mit einem Durchmesser von 12-15 mm. Wir setzen sie in mit einem Bohrer von 2 cm gebohrte Löcher in einem Abstand voneinander von 40 cm ein. Die Elektroden werden sowohl von der Innen- als auch von der Außenseite angebracht, sodass die Enden der Elektroden in der Mittellinie der Wand um 2-3 cm voneinander entfernt sind. Nach dem Einsetzen der Elektroden sind die Öffnungen mit Zementmörtel zu füllen. Die aus der Wand herausragenden Enden der Elektroden sind mit Stahldraht von 6-8 mm Stärke zu verbinden, und der Stahldraht ist mit einem Flacheisen mit den Mindestmaßen 60x60x8mm zu verbinden, das unterhalb des Geländeniveaus angeordnet ist. Aus ästhetischen Gründen ist es gut, den die Elektroden verbindenden Stahldraht in die Wand einzulassen. Die Elemente dieser Anlage werden durch Löten oder Schweißen verbunden. Es ist darauf zu achten, dass das System aus Elektroden und Draht nicht mit dem elektrischen Netz oder mit Erdungsleitungen in Berührung kommt. Das Elektrodensystem ist in manchen Fällen auf Grundlage lokaler Messungen durch den Anschluss an Niederspannungs-Gleichstrom zu unterstützen.
Nach der Abdichtung der feuchten Wand folgt das Verputzen der Wand, und wie das gemacht wird, können Sie im Artikel Reparatur und Erneuerung von Putz nachlesen