Furnierte Flächen reparieren

Furnierte Möbelplatten sind zwar nicht so zerbrechlich wie Glas, können aber dennoch leicht beschädigt werden, aufquellen, sich verziehen oder sogar abbrechen.

Wenn sie aufquellen, sollte die Furnierblase mit einem scharfen Messer eingeschnitten werden. Anschließend wird Leim in die Öffnung eingespritzt, die Stelle mit einem Blatt Papier abgedeckt und mit einem warmen Bügeleisen gepresst. Wenn die Wölbung ausreichend mit Leim getränkt ist, wird sich die Blase glätten. Lässt sich die Blase auf diese Weise nicht ebnen, muss sie ringsum eingeschnitten werden, damit sie angehoben und der überstehende Teil schließlich abgeschnitten werden kann.

Gewellte Streifen können auf ähnliche Weise repariert werden. Nach dem Leimen, wofür auch Fischleim geeignet ist, sollte überschüssiger Leim mit der Kante eines Hammers unter dem Streifen „herausgebügelt“ werden, damit die Verbindung fester wird (Abbildung 1).

Technische Skizzen zum Auftragen von Leim, Bügeln von Furnier durch Papier, Einschneiden einer Blase und Pressen einer Reparaturstelle

Abbildung 1 — Verfahren zum Verleimen und Glätten von beschädigtem Furnier.

Wenn Sie glauben, dies nicht selbst ausführen zu können, empfehlen wir fachliche Hilfe. Erfahren Sie mehr über unseren Furnierservice.

Wackelnde Stühle

Stuhlbeine bereiten häufig Probleme. Wenn ein Stuhl nur wackelt, sollte das beschädigte Bein unterfüttert werden. Hat sich jedoch die Verbindung gelöst, muss das Stuhlbein vorsichtig aus seiner Aufnahme gezogen werden. Der zylindrische Zapfen und die Öffnung im Sitz werden gründlich geschliffen und von altem Leim gereinigt. Danach wird der erneut mit Leim bestrichene Zapfen wieder eingesetzt, nachdem auf beiden Seiten der Öffnung eine beleimte Einlage aus einer dünnen Furnierplatte angebracht wurde. Dadurch verringert sich der Durchmesser der Öffnung und die Verbindung wird fester. Noch fester wird sie, wenn seitlich und senkrecht zum Zapfen eine Holzschraube eingedreht wird.

Ist ein Stuhlbein gebrochen und ein Teil des Zapfens im Sitz verblieben, wird er mit einem Stechbeitel entfernt und der restliche Zapfenteil am Ende des Beins abgeschnitten. Das beschädigte Stuhlbein wird in einen Schraubstock gespannt und am beschädigten Ende eine Bohrung mit demselben Durchmesser wie der alte Zapfen hergestellt. Anschließend wird aus Hartholz ein neuer Zapfen angefertigt, dessen Enden etwas abgeflacht werden, damit beim Einschlagen die Luft aus dem Raum vor ihm entweichen kann. Die Verbindung wird fester, wenn gegenüber dem Zapfen eine Holzschraube eingedreht wird, die wie ein Keil wirkt und den Zapfen etwas spreizt.

Bei Bugholzstühlen werden die Beine von einem Ring umfasst. Die Schraubenlöcher zur Befestigung des Rings erweitern sich häufig so stark, dass ein weiteres Nachziehen nicht möglich ist. Die Reparatur erfolgt, indem beleimte Dübel in die Löcher der entfernten Schrauben eingeschlagen, anschließend neue Schraubenlöcher gebohrt und die Schrauben wieder eingedreht werden.

Lose Rückenlehnen und Verbindungen

Die Rückenlehnen von Sesseln und Stühlen lockern sich häufig. Eine Rückenlehne lässt sich am besten reparieren, indem von oben eine Öffnung gebohrt und an dieser Stelle eine Flachkopfschraube oder ein Hartholzdübel eingesetzt wird. Dabei wird auch die Oberfläche der Rückenlehne beschädigt, doch der Schaden kann auf mehrere Arten „unsichtbar“ gemacht werden. Am besten wird die reparierte Stelle mit Emaillelack oder Ölfarbe abgedeckt, wobei darauf zu achten ist, dass der Farbton mit der Rückenlehne übereinstimmt. Die Vertiefung kann auch mit Kitt gefüllt und die bündig mit der Oberfläche liegende Stelle durch Anstrich verdeckt werden.

Verbindungen mit Stirnzapfen halten, besonders bei höherer Belastung, nicht lange, wenn der Leim alt ist. Solche Verbindungen müssen erneut verleimt und mit einer Zwinge gespannt werden. Werden nach dem Trocknen ein oder zwei Bohrungen durch die Verbindung hergestellt und beleimte Dübel eingeschlagen, wird die Verbindung fester als „im Neuzustand“.

Auch in der Küche findet sich leicht etwas zu reparieren, beispielsweise eine gelockerte oder gebrochene Querstrebe eines Küchenhockers. Für die Reparatur werden zunächst die Beine auseinandergezogen, um das alte Stück zu entfernen. Anschließend werden die Enden und Zapfen von getrocknetem Leim gereinigt. Auf beiden Seiten der Öffnungen in den Beinen wird eine beleimte Einlage aus einer dünnen Furnierplatte angebracht. In diese im Durchmesser verkleinerten Öffnungen werden beleimte Zapfen eingeschlagen. Vor dem Einschlagen müssen die Kanten der Zapfen gefeilt werden, damit die Furniereinlage nicht beschädigt wird.

Schränke reparieren

Wir haben einen neuen Schrank gekauft und unsere Wohnung ist reicher geworden. Doch warum lassen sich die Türen so schwer öffnen? Sind sie bereits beschädigt? Nein, es ist ein bekanntes Problem aufgetreten: Die Schrankbeine stehen nicht auf gleicher Höhe, weshalb sich das Möbelstück kaum merklich verformt hat. Um diesen Fehler zu beheben, wird ein Keil aus sorgfältig geschliffenem Hartholz unter das Bein auf der Seite gelegt, an der die Tür den Schrankboden berührt. Der Keil hebt den gesamten Schrankrahmen an und die Tür schließt wieder richtig.

Je schwerer die Schranktüren sind, desto größer ist die Belastung der Scharniere. Daher ist verständlich, dass sich die Befestigungsschrauben nach kurzer Zeit lockern. Diese losen Schrauben werden entfernt, die Bohrungen mit einem Bohrer erweitert und in jede ein beleimter Holzdübel eingeschlagen. Nach dem Trocknen des Leims werden an denselben Stellen erneut Bohrungen hergestellt, deren Durchmesser jedoch um ein Drittel kleiner als der Schraubendurchmesser ist. Danach können die Schrauben wieder eingesetzt werden und sollten lange keine Probleme mehr bereiten.

Lässt sich eine Schublade nicht vollständig schließen, ist wahrscheinlich ihre Laufleiste abgenutzt. Die Reparatur ist etwas aufwendiger, aber nicht schwierig. Der abgenutzte Bereich wird mit einem Bleistift markiert und mit einem Stechbeitel bis zur größten Verschleißtiefe bearbeitet. Das fehlende Stück wird aus Hartholz gefertigt, mit Leim an seinem Platz befestigt und bündig mit der Schubladenleiste geschliffen. Falls Schrauben nötig sind, dürfen sie nur von unten in das Ergänzungsstück gedreht werden, da der Schraubenkopf sonst die freie Bewegung der Schublade behindert.

Auch die Auflageleisten von Regalböden lockern sich sehr leicht, besonders wenn sie nur mit wenigen Nägeln befestigt sind. Es empfiehlt sich daher, an beiden Enden der Leiste je ein Ergänzungsstück mit einer Zapfenverbindung zu befestigen. In die senkrechten Teile eingedrehte Schrauben fixieren die Auflageleisten wesentlich fester als gewöhnliche Nägel.

Häufig muss auch eine alte, verbogene Kleiderstange im Schrank ersetzt werden. Dazu wird eine Halterung der Stange entfernt. Die Tragfähigkeit der Stange kann erhöht werden, indem in ihrer Mitte ein kleiner Haken angebracht und an einer im oberen Schrankteil montierten Ringschraube eingehängt wird. Eine gebrochene Stange lässt sich reparieren, indem ein stabiles Metallrohr über die Bruchstelle geschoben und mit mehreren Holzschrauben durch die Rohrwand befestigt wird.

Die kugelförmigen Halter U-förmiger Griffe an alten Möbeln lockern sich schnell im Schlossbeschlag. Zur Befestigung wird der Schlossbeschlag abgenommen, die Anschlussöffnung des Kugelhalters mit einem Hammer gerichtet und der Halter wieder eingesetzt. Danach kann das Griffende in den Kugelhalter eingesetzt und das vierkantige Kugelende vernietet werden. Fällt der Kugelhalter auch nach dem Vernieten aus dem Schlossbeschlag, muss der gesamte Griff ersetzt werden.

Von alten Möbeln lösen sich häufig kleine Furnierstücke, die nur in glücklichen Fällen nicht verloren gehen. Sind sie verloren, können sie durch neue Stücke gleicher Dicke ersetzt werden. Wie bei der Herstellung von Intarsien wird ein Blatt Papier auf die beschädigte Stelle gelegt und angedrückt, damit sich die Kontur des fehlenden Teils darauf abzeichnet. Diese Papierform wird ausgeschnitten, auf eine Furnierplatte passender Dicke gelegt, das benötigte Stück ausgesägt, an den Kanten geschliffen, mit Leim bestrichen und eingesetzt. Danach bleibt nur noch das Polieren.

Verwandte Themen: Furnier, Holzschrauben, Holzverbindungstechniken und Furnierservice.