Böden sind wichtig, weil sie nicht nur Funktionalität und Schutz bieten, sondern auch einen ästhetischen und komfortablen Aspekt des Wohnraums. Die übersichtlichste Einteilung der Böden nach Arten erhält man, wenn gleichzeitig die Herstellungsweise der Böden sowie die Arten und Formen der zur Herstellung verwendeten Materialien berücksichtigt werden. Auf diese Weise ergibt sich folgende Einteilung: Steinböden (Pflaster), Estriche (Beläge), Böden aus Keramikfliesen, Böden aus kleinen Fliesen, Böden aus großen Fliesen, Holzböden und Korkböden, Böden aus Belagsstreifen, Böden aus künstlichen Materialien, die mit dem Spachtel aufgetragen werden.

Anforderungen an Fußböden hinsichtlich Dauerhaftigkeit und Feuchtigkeitsschutz

Die Mindestanforderungen hinsichtlich Druckfestigkeit, Biegezugfestigkeit sowie Abriebfestigkeit sind für Hartbetonbeläge in DIN 1100 festgelegt. Diese Werte können im Wesentlichen als Anforderungen angesehen werden, denen stark beanspruchte Böden von Industrieanlagen entsprechen sollen. In DIN 272 sind Mindestwerte für Steinholz (Xylolith) angegeben, die auch für schwach beanspruchte Böden von Industrieanlagen sowie für Böden von Wohn- und Geschäftsgebäuden gelten können.

HI podaAbb. 1 - Bodenabdichtung

Anforderungen an Fußböden hinsichtlich Wärme- und Schalldämmung

Die Wärmedämmung hängt nicht ausschließlich vom Boden ab, sondern vom gesamten System der Decken-/Geschosskonstruktion. Von Bedeutung ist jedoch, in welchem Maße der Boden den Personen, die darauf stehen oder sich darauf bewegen, Wärme entziehen kann. Ebenso ist im Hinblick auf den Schallschutz das gesamte System der Decken-/Geschosskonstruktion von entscheidender Bedeutung. Dabei hat der Boden einen wesentlich größeren Einfluss – insbesondere, wenn er als schwimmender Estrich oder schwimmender Holzboden ausgeführt ist.

Schalldämmung des Bodens

Abb. 2 - Schalldämmung des Fußbodens

Brandschutzanforderungen für Böden

Für Fußböden in der Umgebung von Feuerstellen sowie für Fußböden unter steilen Dächern und häufig auch in Werkstätten und Werkhallen muss verlangt werden, dass sie als feuerhemmend oder feuerbeständig ausgeführt werden. Nähere Angaben in DIN 4102.

Anforderungen an den elektrischen Widerstand von Böden

Die Gefahr für den menschlichen Organismus durch Berührung spannungsführender Leiter ist selbst im Bereich niedriger Spannungen bis 250 Volt relativ groß. Die Gefahr steigt, wenn der Boden, auf dem sich der Mensch befindet, eine höhere Leitfähigkeit aufweist. Nach den Vorschriften der Deutschen Elektrotechnischen Gesellschaft (VDE) ist jeder Boden mit einem Widerstand von weniger als 7730 Ohm gefährlich. Dies gilt insbesondere für feuchte und nasse Böden.

Bekleidungen (Schalen)

Zu den wichtigsten Belägen gehören: Terrazzo-Böden, Betonbeläge, Lehmbeläge, Mosaikböden, Gipsbeläge, Xylolithböden, Lehmputzbeläge und Asphaltbeläge.

  • Terrazzo-Böden: Terrazzo-Böden sind langlebig, wasserundurchlässig und stauben nicht. DIN 1965 Technische Vorschriften für die Ausführung von Belägen und Keramikarbeiten enthalten nähere Angaben sowohl zur Kornzusammensetzung des Terrazzo-Zuschlags als auch zur Ausführungsart.
  • Betonverkleidungen: DIN 1965 enthält nähere Angaben über gewöhnliche Betonverkleidungen (früher Zementverkleidungen), und DIN 1100 über Verkleidungen aus Hartbeton. In letzter Zeit werden auch Verkleidungen aus Leichtbeton – ebenso aus leichten porösen Zuschlägen sowie aus Schaumbeton – hergestellt, die besonders als Untergründe für Verkleidungen aus künstlichen, spachtelbaren Materialien dienen.
  • Lehmverkleidungen: Sie werden aus zerkleinerten Ziegeln mit kalk-, zement- oder magnesithaltigem Bindemittel hergestellt. Sie leiten die Wärme schlechter ab als Betonverkleidungen.
  • Mosaikböden: Mosaikböden stellen die schönste und eleganteste Art von Belag dar, für deren Herstellung Marmor, gebrannte Tonscherben, Milchglas oder Keramik verwendet werden. Da diese Bodenart vom Hersteller viel künstlerisches Empfinden verlangt, beschäftigen sich nur sehr wenige Werkstätten mit ihrer Herstellung.
  • Gipsverkleidungen: Gipsverkleidungen sind feuerhemmend. Die Art ihrer Ausführung ist in DIN 1965 beschrieben. Sie werden meist aus stark gebranntem Verputzgips hergestellt, und zwar als einlagige Schicht über Sand oder als zweilagige trockene Verkleidungen. Für Gipsverkleidungen wird ebenso natürliches Anhydrit verwendet.
  • Fußböden aus Steinholz: Die Eigenschaften und die Ausführungsart von Steinholzböden (Xylolith) sind durch die Vorschriften DIN 272 standardisiert. Sie werden unterteilt in einschichtige Industrie- oder Stampfböden, zweischichtige Böden aus Steinholz für Wohn- und Geschäftsräume sowie in einschichtige Unterlagen für Parkett, für Streifenbeläge usw.
  • Lehmverkleidungen: Nähere Angaben zu Lehmverkleidungen – insbesondere für Getreidespeicher, landwirtschaftliche Lager usw. – enthält DIN 1965.
  • Asphaltbeläge: Beläge aus Gussasphalt werden sowohl für die Herstellung der unmittelbaren oberen Nutzschicht des Fußbodens als auch für die Herstellung von Unterlagen für Parkett, für Streifenbeläge, Beläge aus aufgespachtelten Kunststoffen usw. verwendet. Sie erzeugen keinen Staub, lassen kein Wasser durch, sind elastisch und können vor allem unmittelbar nach der Herstellung begangen werden.

Holzmosaik

Abb. 3 - Holzmosaik

Keramikböden

Keramikböden werden aus Keramikfliesen hergestellt. Sie sind praktisch unbegrenzt haltbar, leicht sauber zu halten und stauben nicht. Näheres siehe DIN 1965.

Keramikfliesen als Marmorimitation

Abb. 4 - Keramikfliesen als Marmorimitation

Verschiedene Muster keramischer Fliesen

Abb. 5 - Verschiedene keramische Fliesenmuster

Fußböden aus kleinen Fliesen

Kleinflächige Plattenböden (Flächen von etwa 0,25 m2) werden aus Platten aus Naturstein, Beton, Klinker, Glas, Stahl, Steinholz und Asphalt hergestellt und meist in Zementmörtel verlegt. Platten aus künstlichen Materialien (aus Kunstharz, Bitumen und Asbest) werden geklebt verlegt. Ihren Eigenschaften nach entsprechen sie Belägen, die aus denselben Rohstoffen und denselben Materialien hergestellt sind.

Mosaik aus kleinen Fliesen

Abb. 6 - Mosaik aus kleinen Fliesen

Böden aus großformatigen Platten

Für Böden aus großformatigen Platten kommen – neben gerippten Blechen aus Stahl und Leichtmetallen – vor allem harte Holzfaserplatten in Betracht, die beim Verlegen meist mit Kaltklebern verklebt werden. Sie besitzen ähnliche Eigenschaften wie Bahn-Belagstoffe und werden für dieselben Zwecke verwendet.

Fußböden aus Holz und aus Kork

Der Holzfußboden gehört zu den ältesten und – abgesehen von Teppichbelägen und Korkböden – ist er der wärmste Boden für die Füße. Dazu zählen: Dielenböden aus Fußbodendielen, Stabparkett und Tafelparkett, Boden aus Parkettstäbchen und Mosaikparkett.

Fachgerecht verlegte Parkettböden bieten meist auch eine gute Dämmung gegen Trittschall. Dielen- und Mosaikparkett sind neue Parkettarten. Zur leichteren Pflege wird Parkett in letzter Zeit mit Kunstharzen versiegelt. Korkböden sind sehr fußwarm, schalldämmend und wasserundurchlässig. Zum Verkleben werden Spezialklebstoffe verwendet.

Verlegung von Parkett

Abb. 7 - Verlegung von Parkett

Beläge aus Furnierstreifen

Als die wichtigsten Beläge in Streifen gelten:

  • Böden aus Platten aus bedrucktem Wollfilz (Balatum und Stragula)
  • Böden aus spannbaren Geweben, teppichähnlich
  • Linoleumböden
  • Gummiböden
  • Fußböden aus kunststoffähnlichen Materialien (Igelit)
  • Fußböden aus Platten und Streifen aus Polyvinylchlorid (Gutasin und Mipolan)

Während die ersten beiden genannten Beläge einfach ausgebreitet und nur an den Kanten gespannt werden, werden alle übrigen aus Streifenbelägen durch Verkleben von Streifen hergestellt. Diese Beläge zeichnen sich durch die geringe Zahl ihrer Bestandteile und – außer den teppichähnlichen – dadurch aus, dass sie staubfrei sind, leicht gewaschen werden können und mehr oder weniger elastisch sind.

Linoleumbelag als Laminatimitation

Abb. 8 - Linoleumbelag als Laminatimitat

Fußböden aus kunststoffbasierten, spachtelbar aufgetragenen Materialien

Massen aus kunststoffbasierten Werkstoffen, die mit der Kelle aufgetragen werden, sind Gemische aus Kunstharzen (meist Polyvinylacetaten) und Zusatzstoffen. Die Beläge werden auf glatten und ebenen Untergründen in mindestens drei mit der Kelle aufgetragenen Schichten hergestellt. Nach 28-tägiger Lufttrocknung sollte ihre Dicke mindestens 2 mm betragen. Schichten, die dünner als 2 mm sind, gelten nicht mehr als Beläge, sondern als Beschichtungen oder Anstriche.