Wichtiger Sicherheitshinweis: Dies ist ein archivierter Lehrtext aus dem Jahr 2017 und keine Planung oder aktuelle Anleitung zur eigenständigen Dachrinnenmontage. Arbeiten auf Dach und Leiter, Schneiden, Bohren, Nieten, Löten, offene Flammen und Lösungsmittel bergen Absturz-, Brand-, Verletzungs- und Expositionsrisiken. Historische Materialien und Beschichtungen aus dem Text dürfen nicht ohne Prüfung der heutigen Vorschriften und Herstellerangaben verwendet werden. Bemessung und Arbeiten sind qualifizierten Planern und Fachunternehmen zu überlassen. Fotografien und Zeichnungen sind illustrativ und stellen keine bestätigten Projekte der Firma Savo Kusić dar.
Dachrinnen- und Dachdeckerarbeiten gehören nicht zum neuen öffentlichen Angebot des Unternehmens. Der aktuelle Fertigungsschwerpunkt liegt auf Holzfenstern, Holz-Aluminium-Fenstern und Türen nach Maß. Für ein konkretes Fenster- oder Türenprojekt können Sie eine Angebotsanfrage senden.
Warum Dachrinnen wichtig sind
Dachrinnen gehören zu den letzten Bauteilen, die an einem Gebäude montiert werden. Ist das Baubudget bereits verbraucht, werden diese scheinbar weniger wichtigen Elemente mitunter nicht sofort beschafft.
Ein Gebäude kann ohne Rinnen fertig aussehen, doch Dachwasser fällt dann direkt neben die Wände, durchnässt den Boden und erreicht die Grundmauern. Vom Boden zurückspritzendes Wasser kann Wand und Putz oberhalb der Abdichtung durchfeuchten, sodass Feuchtespuren, Putzablösungen und Nässe im Inneren entstehen.
Beschädigungen oder Löcher können an angrenzenden Flächen, Decken und Außenwänden Leckagen sowie Farb- und Rostspuren verursachen. Der Ausgangstext bezeichnet solche Schäden als leichter zu beheben als Feuchtigkeit in Grundmauern.
Werkstoffe und Bemessung
Genannt werden 0,5 mm verzinktes Stahlblech, seltener 0,7 mm verzinntes oder Aluminiumblech sowie Kunststoffe. Die historische Bemessungsregel setzt für 1 m² Dachfläche 1 cm² Rinnenquerschnitt an.
Streifen werden aus Tafeln 1.000 × 2.000 mm möglichst abfallfrei zugeschnitten. Entwickelte Standardbreiten sind 250, 333, 400 und 500 mm; daraus folgen die Rinnenbezeichnungen 25, 33, 40 und 50. Die erforderliche Breite wird anhand der Dachneigung und der horizontal projizierten Dachfläche aus der Quelltabelle gewählt.

Archivtabelle — empfohlene Mindestbreite der Dachrinne.
Bögen können als Fertigteile gekauft werden. Endstücke für Pult- und Satteldächer werden aus verzinntem oder verzinktem Blech geformt und durch Löten beziehungsweise Löten und Nieten befestigt.
Für die Bezeichnungen 25, 33, 40 und 50 nennt die Tabelle 6, 7, 9 beziehungsweise 13 Nieten.

Archivtabelle — erforderliche Nietenzahl.

Archivzeichnung — Bauteile der Dachentwässerung.
Verbindungen, Gefälle und Prüfung der Rinne
Nach der Montage wird die Rinne mit Wasser geprüft, besonders auf Vertiefungen mit stehendem Wasser, das das Blech schädigen kann.
Der Text verlangt jährliches Streichen der Rinnen und Haken, ausgenommen verzinnte Teile. Die Elemente werden genietet, gefalzt und gelötet. Das Falten der äußeren Oberkante beseitigt scharfe Kanten und versteift 1–2 m lange Elemente.
Nietverbindungen erhalten mindestens 3–4 cm Überdeckung. Das näher am Fallrohr liegende Teil liegt unten. Vor dem Nieten beschreibt der Text eine Mischung aus Kitt und Mennige auf den Kontaktflächen; dieses historische Material ist nach heutigen Sicherheitsregeln zu bewerten.
Das Gefälle zum Fallrohr beträgt 2–3 mm je laufendem Meter. Die Hakenstellung erzeugt das Gefälle, das mit langer Latte und Wasserwaage geprüft wird. Dabei werden auch zu hohe oder zu tiefe Haken sichtbar.
Die Haken haben gleiche Rundungen. Der wandseitige Innenrand liegt etwas höher, um Spritzwasser von der Wand fernzuhalten. Haken werden an den Sparrenoberkanten genagelt oder verschraubt. Metallzungen halten die Rinne quer fest, lassen aber Längsbewegung durch Wärmeausdehnung zu.
Senkrechte Fallrohre
Wasser aus der geneigten horizontalen Rinne gelangt durch einen vorgesehenen Stutzen in geschlossene Fallrohre bis zu einer Sammelleitung oder zum Boden.
Nach dem Ausgangstext beträgt der Fallrohrdurchmesser die Hälfte oder drei Viertel des horizontalen Rinnendurchmessers. Rohre von 2–3 m Länge werden 4–8 cm ineinandergesteckt. Schellen halten sie an der Wand, angelötete Anschläge über den Schellen verhindern Abrutschen.
Bögen bestehen aus mehreren Teilen; Richtungsänderungen zwischen geraden Stücken sollen 30° nicht überschreiten. Ein erweitertes Übergangsstück verhindert Querschnittsverengung.
Der untere Auslauf führt Wasser von der Wand weg und mindert die Geschwindigkeit. Beton-Auslaufelemente werden als preiswert, verstellbar und leicht zu reinigen beschrieben.
Quadratische Rinnen und Rohre können sich in moderne Fassaden einfügen und so eingebaut werden, dass nur die Vorderseite sichtbar ist. Schäden bleiben jedoch möglicherweise unbemerkt, bis die Wand nass wird.
Schnee- und Schmutzfanggitter werden ebenfalls beschrieben. L-förmige Halter stehen alle 2–3 m und tragen drei oder vier Längsreihen aus 5–8 mm starken Eisenstäben. Sie halten Laub und Äste fern und verhindern plötzliches Abrutschen von Schnee, das die Rinne abreißen könnte.
Reinigung und Reparatur beschädigter Teile
Der Text verbindet häufige Schäden mit unregelmäßiger Wartung. Während des Laubfalls soll öfter gereinigt werden, weil zersetztes Laub Farb- und Zinnschichten angreifen kann. Ein Handwerkzeug kann dem Rinnenquerschnitt angepasst werden.

Illustration — Laub kann den Wasserablauf behindern.
Unverzinnte Rinnen sollen laut Quelle im warmen Sommer gestrichen und danach mit sauberem Wasser geprüft werden. Bei Wasseransammlungen werden die Haken darunter angehoben.
Verbindungen werden erneut abgedichtet oder gelötet; Fallrohre werden im Text mit spiralig gewickeltem Draht gereinigt.
Kleine Löcher werden vorläufig mit Kitt verschlossen. Über größere Löcher wird außen verzinntes Blech gelötet; größere Flächen werden ausgeschnitten und von außen geflickt. Der beschichtete und genietete Flicken überdeckt allseitig mindestens 1,5 cm. Erwähnt werden auch Epoxid- oder Universal-Autokitt.
Bei vollständigem Austausch werden Nietköpfe entfernt, das beschädigte Stück seitlich herausgezogen und Bohrungen des Neuteils von den Nachbarteilen übertragen; danach wird abgedichtet, genietet und gelötet.
Beim Austausch eines Fallrohrstücks sind die darüberliegenden Teile gegen Abrutschen zu sichern. Aluminiumteile werden durch Nieten, Kunststoffteile durch Kleben und Schweißen repariert.
Montage der Dachrinne
Vor der Montage werden Haken gebogen. Der Text gibt 80–100 cm Abstand und die Befestigung an den Sparrenoberkanten mit zwei Nägeln Größe 80 oder zwei Senkkopf-Holzschrauben 5 × 50 mm an.

Archivtabelle — Bauteile und Abmessungen.

Archivzeichnung — Lage horizontaler und vertikaler Elemente.
Nach der Hakenmontage wird durch Biegen ein Mindestgefälle von 2–3‰, also 2–3 mm je laufendem Meter zum Fallrohr, eingestellt. Der Außenrand liegt laut Text 5 mm tiefer als der Innenrand; zwischen innerem Rinnenrand und Dachkante bleiben mindestens 25 mm.
Vor der Montage wird das werkseitige PVC-Dichtband geprüft. Der Text beschreibt Reinigen, Waschen mit Benzin und erneutes Kleben gelöster Bänder. Wegen Brandgefahr sind Rauchen und offene Flamme verboten; heute gelten Herstellerangaben und Vorschriften für entzündliche Lösungsmittel.
Das nicht erweiterte Ende eines Elements wird in Fließrichtung in das erweiterte Ende des nächsten gesteckt und mit einer Manschette verbunden. Ein 90°-Bogen und Anschluss treffen auf ein nicht erweitertes Rinnenende oder einen inneren Abschluss.

Archivzeichnung — Verbindungen, Bögen und Längenanpassung.
Kürzere Stücke werden aus ein- oder beidseitig erweiterten Elementen gesägt und der Sitz der Manschette gefeilt. Die unteren Kanten der bearbeiteten Öffnungen liegen laut Quelle entlang des Rinnenbogens 240 mm auseinander; geprüft wird mit einem Papierstreifen.
Fallrohre aus Kunststoff
Der Ausgangstext beschreibt PVC-Fallrohre in zwei Größen. Ein 90-mm-Rohr entspricht der Blechrohrbezeichnung 33, ein 110-mm-Rohr der Bezeichnung 50.
Als Vorteile gelten geringes Gewicht, Korrosionsbeständigkeit sowie entfallendes Streichen und Warten. Die historische Aussage, dass keine besondere Qualifikation nötig sei, ersetzt keine heutige Sicherheits- und Fachkundeprüfung.
Bemessungsgrundlage ist die horizontale Dachprojektion. Laut Quelle entwässert ein 90-mm-Rohr 60–65 m², ein 110-mm-Rohr 110–130 m²; aus der Gesamtfläche ergibt sich die Anzahl.
Montage von Kunststofffallrohren
Fallrohre können einen Schwanenhals aus zwei 45°-Bögen besitzen oder gerade verlaufen. Dieselben Bögen bilden den unteren Auslauf.
Ein Gummiring dichtet erweiterte Verbindungen. Glatte Rohrenden und Ring werden mit Seifenwasser benetzt, zusammengesteckt und auf 5–8 mm Abstand für Wärmeausdehnung zurückgezogen. Öl wird nicht verwendet, weil es laut Text Gummi angreift.
Nach dem Schneiden werden scharfe Kanten entfernt oder auf 5 mm Länge mit 30° angefast, damit das Rohrende den Dichtring nicht herausdrückt.
Das Rohr wird in Abständen von höchstens 2 m mit Befestigern, Schellen und Schrauben an der Wand gehalten. Der Mindestabstand zur Wand beträgt 15 mm. Auch der Auslauf erhält eine Schelle; eine geformte Betonplatte mindert die Kraft des austretenden Wassers.
Sicherheit bei der Montage
Der Ausgangstext beschreibt Schneefanggitter, die auf Sattel- und Walmdächern gleichzeitig mit den Rinnen montiert werden. Plötzlich abrutschender nasser Schnee kann schwere Verletzungen verursachen und die Rinne beschädigen.
Unabhängig von historischen Maßen und Verfahren sind Dachzugang, Absturzschutz, Tragwerksbelastung, Arbeiten mit Werkzeug und Lösungsmitteln sowie der Schutz des Bereichs unterhalb der Arbeiten nach geltenden Vorschriften und den Bedingungen des jeweiligen Gebäudes zu planen.