Wichtiger Sicherheitshinweis: Dies ist ein archivierter Lehrtext aus dem Jahr 2017 und keine Planung, statische Berechnung oder aktuelle Anleitung zur Dachreparatur. Arbeiten in der Höhe, Tragwerke, Wasser und schwere Bauteile bergen erhebliche Risiken. Der Text erwähnt historisch Asbestzement- und Salonitplatten. Material, das Asbest enthält oder enthalten könnte, darf ohne Identifizierung und zugelassene Fachleute nicht gebohrt, geschnitten, gebrochen, entfernt oder entsorgt werden; maßgeblich sind die geltenden Vorschriften. Alle Arbeiten sind qualifizierten Planern und Fachunternehmen zu überlassen. Fotografien und Zeichnungen sind illustrativ und stellen keine bestätigten Projekte der Firma Savo Kusić dar.
Dachdeckerarbeiten gehören nicht zum neuen öffentlichen Angebot des Unternehmens. Der aktuelle Fertigungsschwerpunkt liegt auf Holzfenstern, Holz-Aluminium-Fenstern und Türen nach Maß. Für ein Fenster- oder Türenprojekt können Sie eine Angebotsanfrage senden.
Aufgabe des Daches und Arten der Deckung
Das Dach ist eines der wichtigsten Bauteile eines Gebäudes und trägt zu dessen Beständigkeit bei. Wegen plötzlicher großer Niederschlagsmengen, starker Sonne, Wind und zusätzlicher Schneelasten beschreibt der Ausgangstext schwach geneigte Dächer mit Dachraum sowie Flachdächer.
Als historische Deckungsmaterialien werden Reet, Holzschindeln, Ziegel, Eternit, Salonit, Stahlblech, Bretter, Dachpappe und Kunststoffe aufgeführt.

Archivzeichnung — Beispiele für Bauelemente.
Dachformen
Die einfachste Form ist das Pultdach mit geringer Neigung zu einer Seite, besonders für rechteckige Grundrisse. Das Satteldach ist aufwendiger, kann jedoch aus kürzeren Balken hergestellt werden und schützt die Wände besser.
Der Ausgangstext bezeichnet Walmdächer als wirtschaftliche Lösung für quadratische Einfamilienhäuser: Sie lassen sich aus relativ kurzen Balken herstellen, werden als gute Wärmedämmung beschrieben und ermöglichen einen Dachraum zum Trocknen von Wäsche. Mansarddächer gelten als kompliziert in Bau und Unterhaltung und werden nur begründet, wenn der Dachraum als Zimmer genutzt wird; selbst dann nennt der Text ein Vollgeschoss wirtschaftlicher.
Für Einfamilienhäuser bevorzugt der Ausgangstext Walmdächer, für Wochenendhäuser Pultdächer, da sie weniger Material benötigen und leichter zu unterhalten seien.

Archivzeichnung — grundlegende Dachformen.
Aufgabe des Dachüberstands
Das Dach schützt das Gebäude vor Niederschlägen. Wind und Sturm können Regen und Schnee seitlich gegen Wände treiben, auch wenn das Dach intakt ist; der Dachüberstand soll die Wände davor schützen.
Zur Vereinfachung ruhen Sparren und Deckenelemente gewöhnlich auf einem Ringanker beziehungsweise einer Mauerlatte. Der Überstand kann durch Aufschieblinge mit geringerer Neigung in Verlängerung der Sparren gebildet werden.
Über die Dachkonstruktion hochgeführte Wände bleiben ungeschützt, während der Anschluss zwischen Dach und Wand empfindlich ist. Der Ausgangstext akzeptiert diese Lösung nur bei Brandgiebeln. Zu kurze Traufen schützen nicht ausreichend und können feuchte Sockel sowie abfallenden Putz verursachen. Übergroße Überstände werden als gestalterisch ungünstig beschrieben. Für eingeschossige Einfamilien- und Wochenendhäuser wird ein Fünftel der Seitenwandhöhe als gute Tiefe genannt.

Archivzeichnung — Dachelemente und Beispiele für Überstände.
Bauteile und tragende Dachkonstruktion
Zu den wichtigsten Elementen gehören Sparren, First und Ringanker beziehungsweise Mauerlatte. Deckenelemente können Holzbalken sein; der Text erwähnt auch Ortbeton. Zuerst werden die Auflager auf den Wänden, dann Firststützen, Sparren und schließlich die tragenden Latten eingebaut.
Die Konstruktion soll Balken hauptsächlich auf Druck beanspruchen. Zug wird vermieden, Durchbiegung durch Abstützung und Knicken durch kürzere Bauteile begrenzt. Biegebeanspruchte Holzbalken werden mit der größten Querschnittsabmessung senkrecht gestellt. Astiges Holz, schräger Faserverlauf und ungenügend getrocknetes, verformungsanfälliges Holz sollen vermieden werden.
Auch Stahlbeton wird genannt, wobei sein Gewicht als Nachteil gilt und meist ein Kran erforderlich ist. Für Stahlbetonsparren werden 10 × 14 cm Querschnitt sowie folgende Standardlängen und Gewichte angegeben:
- 5,26 m — 145 kg;
- 4,62 m — 136 kg;
- 3,39 m — 94 kg;
- 2,14 m — 59 kg.
Stahlstäbe auf der Rückseite tragen Latten, Endbeschläge verbinden die Elemente mit Ringanker und First. Bei kleineren Gebäuden erwähnt der Text Schmalspurschienen als Sparren. Die Enden werden winklig, gewöhnlich autogen, bearbeitet und mit Füßen aus 4–6 mm starkem Stahlblech verschweißt. Schrauben befestigen Sparren und Latten. Das angegebene Schienengewicht beträgt 12,5 kg pro laufendem Meter.

Archivzeichnung — Beispiele für Dachträger und Deckungsdetails.
Konstruktion aus SRB-Trägern
Der Text beschreibt SRB-Träger als räumliche Fachwerkträger aus Stahlprofilen und Blechen, die als fest, leicht und montagefreundlich gelten. Dreieckige Träger lagern über angeschweißte Endplatten und Schrauben auf Ringankern. Am First sind sie gelenkig mit den Sparren der Gegenseite verbunden, sodass ein eigener Firstträger entfällt.
Die Dreiecksbasis liegt oben und trägt gelochte Stahlplatten für die Latten. Gegenüberliegende Sparren werden durch Spannseile verbunden, damit der Seitenschub von den Seilen statt von den Wänden aufgenommen wird. Die Platten sind für Ziegel beschrieben; Schiefer erfordert zunächst Längslatten.
Für Terrassen, offene Gartenbereiche, Garagen und Bootsschuppen nennt der Text auch Rohre von mindestens 50 mm Durchmesser und 3 mm Wandstärke, mit 3,8 kg/m Gewicht und M8- oder M10-Schrauben. Historisch werden dazu gewellte Asbestzementplatten erwähnt; der Sicherheitshinweis am Anfang gilt.
Deckungen aus Ziegeln und Asbestzementplatten
Die Konstruktion ist an die gewählte Deckung anzupassen. Der Text nennt gebrannte Ziegel in zwei Formen:
- Standard-Falzziegel 40 × 21 × 2 cm;
- „Biberschwanz“-Ziegel 36 × 17,5 × 1,5 cm.
Angegeben werden 32 cm Lattenabstand für Standardziegel und 28 cm für Biberschwanzziegel, entsprechend 8 cm Überdeckung, sowie 32–60° als geeignete Dachneigung. Ziegel werden von der Traufe zum First verlegt. Rand- und Eckziegel werden mit dem Hammer geformt. Die historische Reparaturbeschreibung ersetzt einen beschädigten Ziegel vom Dachraum aus.
Firstziegel messen 33 × 20 × 12 cm und greifen ineinander. Genannt werden 16 Ziegel je Quadratmeter und 3,5 Firstziegel je laufendem Meter; First und Abschlüsse werden mit gutem Kalkmörtel befestigt.
Asbestzementplatten werden mit 30 × 30 oder 40 × 40 cm sowie Halb- und Formteilen beschrieben. Genannt werden 8 cm Überdeckung, 21,5 cm Lattenabstand, zwei Nägel mit Klammer je Platte und 10 Stück der 40-cm-Platte je Quadratmeter. Historisch beschreibt der Text eine vorläufige Epoxidreparatur und den endgültigen Austausch durch Abnehmen der Platten von der nächsten Kante oder vom First. Als Mindestneigung werden 20° genannt; bei flacheren Dächern steigt die Überdeckung von 8 auf 10 cm und der Lattenabstand sinkt auf 20 cm. Diese Angaben dürfen nicht auf asbesthaltiges oder möglicherweise asbesthaltiges Material angewendet werden.

Archivzeichnung — Arten und Einzelheiten historischer Dachdeckungen.
Salonitplatten
Salonit wird im Ausgangstext als Asbestzementplatte bezeichnet. Gewellte Platten werden mit etwa 5 mm Dicke, 93 cm Breite, fünf Wellen und Längen von 1.250, 1.600 und 2.500 mm beziehungsweise deren ganzzahligen Vielfachen und Teilern beschrieben. Eine zweite Art wird mit 6 mm Dicke, 105 cm Breite, 7,5 Wellen und Längen von 122 bis 244 cm in 15-cm-Schritten genannt.

Illustration — alte gewellte Plattendeckung; das Material wurde nicht im Labor identifiziert.
Der Text beschreibt U-, J- oder S-förmige Schrauben, Gummidichtung, Scheibe und Mutter, eine Überdeckung von 4–15 cm und eine Neigung von 50–54°. Dies ist eine historische Beschreibung und keine Arbeitsanweisung. Asbesthaltige oder asbestverdächtige Platten dürfen ohne zugelassenes Fachunternehmen und vorgeschriebene Schutzmaßnahmen nicht gebohrt, durchschlagen, bewegt oder entfernt werden.
Deckungen aus Kunststoff, Metall und Dachpappe
Der Ausgangstext beschreibt eine transparente, mit Stahlblech und Glasfasern verstärkte Kunststoffplatte von 2.060 × 800 × 2,5 mm und 3 kg Gewicht. Genannt werden außerdem eine undurchsichtige Rolle von 1.750 mm Breite und 3,5 kg/m, Wellplatten 680 × 870 × 2.000 mm sowie Stahlplatten 630 × 800 × 2.000 mm. Stahl ist gegen Korrosion zu schützen; Aluminium- und Kunststoffplatten benötigen laut Text keine besondere Wartung.
Flache Metalldeckungen werden mit Neigungen bis hinunter zu 4° beschrieben. In Gefällerichtung liegt eine ebene Bretterschalung, an Längsstößen dreieckige Latten. Quer werden je nach Neigung 5–15 cm flache oder 4–8 cm gefalzte Überdeckung genannt.
Dachpappe wird ähnlich beschrieben und mit Teer oder schwer schmelzendem Bitumen gestrichen. Da Wärme diese Stoffe erweichen kann, empfiehlt der Text sauberen, fein gerundeten Kies, der im warmen Bitumen gebunden wird, oder das Weißen einer dunklen Dachfläche.

Archivzeichnung — Details von Beton-, Metall- und Pappdeckungen.
Betondeckungen
Für ein Betondach nennt der Ausgangstext umfangreiche Bretterschalung und Sparren sowie Zement der Marke 500, an dem nicht gespart werden solle.

Illustration — Betondachplatten während der Bauausführung.
Das Material soll vollständig abbinden. Tropfnuten an der Unterseite der Traufe verhindern den Wasserlauf zur Wand. Eine dicke Schicht gleichmäßig gekörnter Schlacke wird als Wärmedämmung beschrieben, darüber liegt Beton.
Der Text warnt, dass ein unsachgemäß ausgeführtes Betondach schwere Unfälle verursachen kann. Bei kleinen Gebäuden empfiehlt er das Betonieren des gesamten Dachs in einem Arbeitsgang, eine gute Verdichtung von Beton und Schlackeschicht sowie besondere Sorgfalt bei Anschlüssen und Entwässerung um Schornsteine.
Die Reparatur eines Betondachs wird als außerordentlich schwierig bezeichnet. Der Text empfiehlt es nicht für Einfamilienhäuser, nennt es bei guter Vorbereitung jedoch wirtschaftlich für Wochenendhäuser, weist auf starke Erwärmung hin und schlägt Schatten durch andere Gebäude oder Bäume vor.