Bei der natürlichen Trocknung wird das zu trocknende Schnittholz auf einem eigens dafür vorgesehenen Platz in Stapeln aufgeschichtet. Dort bleibt es, bis es einen lufttrockenen Zustand erreicht.

Stapeln des Holzes entsprechend der Luftströmung

Damit die Trocknung möglichst gleichmäßig erfolgt und das Schnittholz vor Bläue geschützt wird, ordnet man es auf dem Lagerplatz entsprechend den vorherrschenden Winden wie folgt an: Holz mit einer Dicke von 25 bis 45 mm wird auf der Seite gelagert, aus der der Wind weht, Holz mit einer Dicke von 50 mm und mehr dagegen in der Mitte des Lagerplatzes.

Die Schnittholzstapel werden auf besondere Unterlagen gestellt. Die Unterlagen werden aus versetzbaren Blöcken mit einer Grundfläche von 60 x 60 cm hergestellt. Dafür werden Abschnitte gesunder Stämme oder Bretter verwendet, über die 110 bis 120 mm starke Balken gelegt werden; ihre Oberflächen müssen in einer Ebene liegen. Der freie Raum unter den Stapeln muss 50 bis 75 cm hoch sein (Abb. 17).

Unterlagen unter den Auflagern für die natürliche Holztrocknung

Abb. 17. Unterlagen unter den Auflagern.

Schnittholz für die natürliche Trocknung sollte nach Holzarten gestapelt werden, besäumtes und unbesäumtes Holz jeweils getrennt. In einem Stapel können Bretter gleicher Dicke gelagert werden (Abb. 18).

Lufttrocknung von in einem Stapel angeordnetem Schnittholz

Abb. 18. Lufttrocknung von Schnittholz im Stapel.

Abstände zwischen den Reihen

Die Schnittholzreihen sollten über die Höhe des Stapels durch dünne, trockene Leisten gleicher Dicke voneinander getrennt werden. Sie werden genau über den Auflagebalken platziert, sodass alle Leisten in einer senkrechten Linie liegen. In jeder Reihe müssen zwischen den Leisten freie Zwischenräume bleiben, die über die Stapelhöhe senkrechte Kanäle für die Luftbewegung bilden. Ihre Breite sollte von den Stapelenden zur Mitte hin allmählich zunehmen.

Bei 45 mm starkem Schnittholz muss der äußere Abstand 1/3 der Schnittholzbreite betragen; bei Holz mit einer Dicke von mehr als 45 mm muss er 1/5 der Schnittholzbreite betragen.

Der Abstand in der Mitte des Stapels muss dreimal größer sein als der äußere Zwischenraum. Damit das Schnittholz richtig trocknet, sollten über die Stapelhöhe zwei waagerechte Unterbrechungen im Abstand von 1 und 2 m von der untersten Schnittholzreihe im Stapel ausgeführt werden.

Schutz des Holzes während der Trocknung

Über dem Schnittholzstapel wird ein Schutzdach aus 22 bis 25 mm starken Brettern errichtet. Das Dach sollte 0,5 m über den Stapelrand hinausragen. Um die Stirnflächen des Holzes vor Rissbildung zu schützen, sollten sie mit einer Mischung aus Kalk und Kreide bestrichen werden. Alternativ sind die Stirnflächen vor der Sonne zu schützen, indem die Bretter so gestapelt werden, dass die obere Brettreihe die Stirnflächen der darunterliegenden Reihe vor der Sonne abschirmt.

Grenzen der natürlichen Trocknung

Der Hauptnachteil der natürlichen Trocknung ist die lange Dauer des Verfahrens und die Unmöglichkeit, Schnittholz auf einen Feuchtegehalt von 8 bis 10 % zu trocknen. Das Vortrocknen des Schnittholzes vor der Trocknung in der Trockenkammer ist jedoch zu empfehlen, da es die Trocknungszeit verkürzt und die Kosten senkt.

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