Wichtiger fachlicher Hinweis: Dies ist ein archivierter Lehrtext, keine aktuelle Planung, Berechnung oder Anleitung für Abdichtung, Wärme- oder Schallschutz. Die Wandlösung muss für das konkrete Tragwerk, den Boden, das Wasser, das Klima, den Brandschutz, die Feuchte, die Kondensation, die Akustik und die Materialien nach geltenden Vorschriften, Normen und Herstellerunterlagen geprüft werden. Historisch erwähnte Produkte und Verfahren, darunter Bleibleche, stellen keine Empfehlung für die heutige Anwendung dar.
Die Planung und Errichtung von Wänden und Isolierungen ist nicht Teil des aktuellen öffentlichen Angebots von Savo Kusić. Der heutige Produktionsschwerpunkt besteht aus Holzfenstern, Holz-Aluminium-Fenstern und kundenspezifischen Türen.
1. Modulare Abmessungen und Wandtypen
Bei den Modulmaßen im Hochbau unterscheidet man zwischen Wänden mit Fugen (aus Ziegeln) und Wänden ohne Fugen (Betonwände). Bei fugenlosen Tragwerkssystemen entsprechen die Längen und Dicken der Wände sowie die Breiten und Höhen der Fenster- und Türöffnungen den Baukoordinationsmaßen.
Bei Tragwerkssystemen mit Fugen wird von den Koordinationsmaßen für Wandlänge und -dicke die Fugenbreite abgezogen, um das Nennmaß zu erhalten. Beträgt die Wandlänge nach Koordinationsmaß beispielsweise 10 m, so beträgt der Nennwert – also die tatsächliche Länge – 9,99 m (die Breite einer Fuge beträgt 1 cm).
Bei Öffnungen (und lichten Innenmaßen) in Systemen mit Fugen ist den Koordinationsmaßen eine Fugenbreite hinzuzurechnen, um das Nennmaß zu erhalten. Beträgt die lichte Breite einer unverputzten gemauerten Fensteröffnung im Koordinationsmaß beispielsweise 1,5 m, so beträgt die Nennbreite 1,51 m. Da die Dicke der angrenzenden Fugen bei Ziegelwänden üblicherweise 1,2 cm beträgt, wird dieses Maß zur Öffnungshöhe addiert.
Wände können in mehrere Kategorien eingeteilt werden:
- Konstruktive Wandsysteme:
- Schichtwände – nur für Denkmal- und Stützmauern
- Gegossene und gestampfte Wände
- In Mörtel gesetzte Wände
- Plattenwände
- Wände zum Ausfüllen von Skelettkonstruktionen
- Rahmenförmige Wände
- Wände aus vorgefertigten Paneelen
- Wände aus Verbundsystemen

- Arten von Wänden je nach Zweck:
- Grundmauern
- Kellerwände
- Außenwände von Gebäuden
- Innenwände von Gebäuden
- Dachbodenwände

- Arten von Wänden nach Material:
- Natursteinmauern
- Betonwände
- Ziegel-/Blockwände
- Glaswände
- Stahlwände
- Holzwände

2. Schutz der Wände vor Feuchtigkeit
Beim Kellerwandschutz gibt es einen Schutz gegen Grundwasser und einen Schutz gegen Grundfeuchtigkeit. Schutz vor Grundwasser bedeutet, dass der Grundwasserspiegel unter dem Niveau des Kellergeschosses liegt. Liegt der Grundwasserspiegel über dem Niveau des Kellergeschosses, spricht man von einem Schutz vor Grundwasser. Die Leistung dieser beiden Schutzstufen ist sehr unterschiedlich, da viel mehr Schutz vor Grundwasser als vor Feuchtigkeit erforderlich ist.
Der Schutz vor Bodenfeuchte wird bei horizontalen und vertikalen Schichten unterschiedlich ausgeführt. Eine horizontale Schicht besteht aus Abdichtungspappe, eine vertikale Schicht wird mit Stoffen auf Bitumen- oder Kunstasphaltbasis hergestellt. Manchmal können auch Zementestriche ausgeführt werden.
Zum Schutz vor Grundwasser wird eine Abdichtungsbahn auf Bitumen- oder Kunstasphaltbasis eingesetzt. Erwähnt werden auch Abdichtungen aus Jute oder Bleiblechen.
Außenwände, die nicht aus Naturstein oder Verblendziegeln bestehen und nicht mit Keramikfliesen, Glasplatten oder Leichtmetallblechen verkleidet sind, können durch einen undurchlässigen Putz (unter Zusatz von Dämmstoffen), farblose Dichtbeschichtungen oder auf andere Weise vor Schlagregen und sonstiger atmosphärischer Feuchte geschützt werden.

3. Wärmedämmung von Wänden
Für Räume, in denen sich Menschen dauerhaft aufhalten, ist zur Aufrechterhaltung günstiger Gesundheitsbedingungen ein Mindestwärmeschutz ausreichend, der die Untergrenze des Wärmeschutzes darstellt, bei der die Kondensation von Dämpfen an den Innenflächen der Außenwände verhindert wird. Dieser „Mindestwärmeschutz“ wird dem wirtschaftlichen Aspekt des Heizens nicht gerecht. Hierzu ist ein verbesserter – und wirtschaftlicherer – Wärmeschutz erforderlich, der rechnerisch ermittelt werden kann.
Die als geeignet und besonders wirtschaftlich ermittelte Wärmedämmung der Außenwände muss über alle Wandflächen geführt werden, also auch über Fensternischen, Stürze, Laibungen und Fensteröffnungen, Ringanker usw., ebenso über die vertikalen Wände des ausgebauten Dachgeschosses und jene Bauteile, die den beheizten Raum gegenüber der Dacheindeckung oder darunterliegenden Räumen abschließen.
Wände mit innenliegender Dämmverkleidung haben aus gesundheitlichen Gründen einen Vorteil gegenüber anderen Dämmarten, weil sie insgesamt weniger Wärme speichern und die vom menschlichen Körper abgestrahlte Wärme weniger stark ableiten.
Es ist sehr wichtig, Heizkörpernischen und Wasserleitungen in Außenwänden einwandfrei zu dämmen. Häufig ist es sinnvoll, die Wandfläche hinter dem Heizkörper mit Aluminiumblechen zu verkleiden, damit die zur Außenwand gerichtete Wärmestrahlung des Heizkörpers zurück in den Raum reflektiert wird.

4. Schalldämmung von Wänden
Es gibt Schallschutz gegen Luftschall, der über die Luft übertragen wird, und Schallschutz gegen Trittschall, der über das Tragwerk übertragen wird.
Eine Luftschalldämmung von 48 dB kann auch für Trennwände wichtiger Büroräume als Mindestschutz angesehen werden. Besser ist eine Erhöhung der Schalldämmung auf 50 dB, wobei die Ordinaten der Grenzkurve für Wände um 2 dB angehoben werden.
Massive Wände übertragen Schall ausschließlich durch Biegeschwingungen. Einfallender Schall versetzt die Wand in Schwingung, wodurch auch die Luft auf der der Schallquelle gegenüberliegenden Seite schwingt. Auf dieser Grundlage wird schallschutztechnisch zwischen einschaligen und mehrschaligen Wänden unterschieden.
Zu den einschaligen Wänden zählen schallschutztechnisch Wände, die aus einer oder mehreren starr miteinander verbundenen Schalen bestehen. Die einzelnen Schalen können aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Das Schalldämmmaß einschaliger Wände hängt ab von Masse (Gewicht je Quadratmeter), Biegesteifigkeit (genauer vom Verhältnis zwischen Biegesteifigkeit und Masse) und Luftdurchlässigkeit (rissfreie, gut beschichtete Wände). Für einen Mindestschallschutz von 48 dB muss eine einschalige Wand mindestens 350 kg/m2 wiegen, für 50 dB etwa 480 kg/m2.
Die Zusammensetzung von Mörtel und Beschichtung beeinflusst die Schalldämmung der Wände erheblich. Eine beschichtete Wand weist stets eine bessere Schalldämmung auf als eine unbeschichtete, weil die Beschichtung die Wandoberfläche besser abdichtet. Diese Verbesserung wird bereits durch das Beschichten nur einer Wandseite erzielt. Bei Wänden aus porösem Material ist die Beschichtung schallschutztechnisch von großer Bedeutung, weil sie die Schallübertragung durch die Poren verhindert.

Mehrschalige Wände bestehen schallschutztechnisch aus zwei oder mehr Wandschalen, zwischen denen keine starre Verbindung besteht und die durch eine Luftschicht getrennt sind. Nur wenn vor einer massiven Wand mit einer Dicke von 10 cm oder mehr eine biegeweiche und schwerere Schale angeordnet wird, können solche Wandschalen ohne besondere Beeinträchtigung der Schalldämmung miteinander verbunden werden, zum Beispiel durch ein weitmaschiges Lattengerüst. Je größer der Abstand zwischen den beiden Schalen, desto besser die Dämmung (vorausgesetzt, die Dämmung durch den Hohlraum ist ausreichend).
Als besonders nützlich erwiesen sich:
- zwei Schalen aus leichten Holzwolleplatten, die in einem gegenseitigen Mindestabstand von 3-5 cm frei stehen; Gesamtwandgewicht etwa 90 kg/m2,
- zwei vollständig voneinander getrennte Holzständerwerke, außen mit leichten Holzwolleplatten von mindestens 3,5 cm Dicke bekleidet.
Doppelte Leichtwände aus voneinander getrennten starren Schalen gleichen Gewichts sind nicht geeignet.

Die Schalldämmung einer bestimmten Wand ist nur dann erfolgreich, wenn dort keine Öffnungen vorhanden sind, da in diesem Fall der Schall direkt durch diese Öffnungen übertragen wird. Kleine Öffnungen, deren Größe der Wellenlänge eines Schalls entspricht oder kleiner als diese ist, wirken auf den angrenzenden Raum als neue Schallquelle.
Anwendungshinweis: Historische Maße, Massen, Schallschutzwerte und Beschreibungen von Dämmschichten ersetzen keine aktuellen bauphysikalischen Berechnungen, Anschlussdetails, Kontrolle von Wärmebrücken, Feuchte und Luftdichtheit oder Messung des ausgeführten Zustands.