Fenster und Türen sind grundlegende Elemente der Architektur und des Bauwesens. Sie werden in allen Arten von Gebäuden eingesetzt, darunter Häuser, Wohnungen, Geschäftsgebäude und Industrieobjekte. Im Hochbau werden sie als bewegliche Trennungen definiert.

Fenster sind Öffnungen in den Wänden eines Gebäudes, die Licht, Luft und manchmal Schall hindurchlassen. Sie können fest oder beweglich, also zu öffnen, sein und aus unterschiedlichen Materialien wie Holz, Aluminium, PVC oder Glas bestehen.

Türen sind bewegliche Flächen, die zum Betreten und Verlassen eines Gebäudes sowie zum Trennen von Räumen dienen. Sie können sich an verschiedenen Stellen befinden, etwa als Eingangs-, Innen-, Balkon- oder Terrassentüren. Als Materialien kommen Holz, Metall, Glas oder Kunststoff zum Einsatz.

Diese Bauteile erfüllen in jedem Gebäude wichtige Funktionen: Sie ermöglichen Licht und Lüftung, schaffen Privatsphäre und schützen vor äußeren Einflüssen. Auch gestalterisch sind sie bedeutsam, weil sie zum Erscheinungsbild und Stil des Gebäudes beitragen können.

Anforderungen an Fenster und Türen

Schutz äußerer Fenster und Türen vor Witterungseinflüssen

Allgemeine Vorschriften oder Normen legen nicht fest, wie Fenster und Außentüren vor Witterungseinflüssen zu schützen sind. Dennoch muss eine geeignete konstruktive Ausbildung verhindern, dass Regen selbst bei starkem Niederschlag in die Nuten eindringt. Ebenso wichtig ist es, kalte Luft besonders bei Windstößen am Eindringen durch die Fugen zu hindern. Dadurch werden nicht nur Zugluft, sondern auch erheblich größere Wärmeverluste vermieden. Luftdurchlässige Fugen schwächen außerdem den Schallschutz oder lassen ihn vollständig seine Wirkung verlieren.

Wärmeschutz von Fenstern und Türen

Während Wärmeverluste bei Wänden, Geschossdecken und Dächern hauptsächlich durch Wärmeleitung entstehen, liegt der Hauptverlust bei Fenstern im Eindringen von Luft durch die Fugen. Durch ein Einfachfenster mit 1 m² Fläche geht pro Stunde etwa 5-mal mehr Wärme verloren als durch 1 m² einer beidseitig verputzten Vollziegelwand. Einfachfenster sollten deshalb in der Regel vermieden werden. Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung zeigt, dass Doppelfenster bereits für die Wärmezone I wirtschaftlich sind und umso mehr in kälteren Gebieten. Doppelte Holz-Kastenfenster sind dabei stets Doppelfenstern mit unmittelbar nebeneinanderliegenden Flügeln vorzuziehen. Ausnahmen können für Arbeitsräume zugelassen werden, wenn die Nutzung dadurch nicht beeinträchtigt wird. Verglaste Außentüren sollten ebenfalls doppelt ausgeführt sein.

Da der größte Teil des Wärmeverlusts bei Fenstern durch eindringende Luft an den Fugen entsteht, ist deren Abdichtung besonders wichtig. Fensterläden, sowohl Jalousieläden als auch Rollläden, vermindern den Wärmedurchgang durch Fenster in erheblichem Maß.

Bei Werkstattgebäuden und in allen Fällen, in denen Fenster nur der Tageslichtbeleuchtung und nicht der Lüftung dienen, ist es besser und wirtschaftlicher, übliche Fenster durch Wände aus Glasbausteinen zu ersetzen. Bei Bedarf können darin weiterhin Lüftungsflügel eingebaut werden. Durch 1 m² Glasbausteinwand geht fast nur ein Drittel der Wärme verloren, die durch 1 m² eines Einfachfensters verloren geht.

Glasbausteine

Glasbausteine — Innenansicht

äußere Glasbausteine

Äußere Glasbausteine

Schallschutz von Fenstern und Türen

Bei Fenstern und Türen ist es sehr wichtig, dass Schall nicht durch die Fugen beziehungsweise zusammen mit der Luft übertragen wird. Alle Maßnahmen zur Schalldämmung von Türen und Fenstern und zur Verringerung des durch Biegeschwingungen übertragenen Schalls wären wirkungslos, wenn Tür oder Fenster nicht hermetisch schließen.

Aus Sicht der Schalldämpfung sind Türen und Fenster wie Wände zu betrachten. Bei einfachen Türen und Fenstern steigt die Schalldämmung mit ihrem Gewicht. Bei doppelten Türen und Fenstern nimmt sie neben dem Gewicht auch mit der Dicke der Luftschicht zu.

Die Schalldämmung der Außenwände hängt von den Fenstern ab. Maßnahmen zur Verbesserung des Schallschutzes der Außenwände müssen daher bei den Fenstern beginnen. Zunächst ist auf einen hermetischen Verschluss zu achten. Bei höherem Schutzbedarf sind Doppelfenster einzubauen.

Der günstigste Abstand zwischen den Scheiben von Doppelfenstern beträgt 8–12 cm. Vorteilhaft sind voneinander unabhängige Rahmen. Eine Schalldämpfung am Fensterrahmen erhöht die Schalldämmung. Schallabsorbierende Materialien können auch mit dünnen, gelochten oder geschlitzten Platten verkleidet werden.

Bei Türen, insbesondere an Schwellen, erzielt eine bessere Abdichtung entlang der Falzkanten mit Filzstreifen oder Moosgummistreifen eine spürbare Wirkung. Bei höherem Bedarf kann das Gewicht der Türblätter erhöht werden, ohne gleichzeitig ihre Biegesteifigkeit zu vergrößern.

Ein günstiges Ergebnis wird durch den Einbau doppelter Türen erreicht. Beide müssen gut schließen und dürfen nicht zu leicht sein. Besonders schalldämmende Türen sollen in geschlossener Stellung stärker und gleichmäßig auf die Dichtungsleiste drücken.

Metallfenster und Metalltüren

Metallfenster und Metalltüren werden aus Stahl oder Leichtmetallen, darunter Aluminiumlegierungen, hergestellt.

Metallfenster werden im Wesentlichen wie folgt eingeteilt:

  • Fenster mit horizontal drehenden Flügeln, einfach oder doppelt
  • Fenster mit vertikal drehendem Flügel um die Unterkante
  • Fenster mit vertikal drehendem Flügel um die Oberkante
  • Fenster mit horizontal drehendem Flügel um eine vertikale Achse in der Flügelmitte
  • Fenster mit vertikal drehendem Flügel um eine horizontale Achse in der Flügelmitte
  • Schiebe- oder Faltfenster

Metallfenster mit Flügel um eine mittige horizontale Achse

Metallfenster mit Flügel um eine mittige horizontale Achse

Metalltüren werden im Wesentlichen wie folgt eingeteilt:

  • Türen mit horizontal drehenden Flügeln, als glatte, verglaste oder Gittertüren
  • Pendeltüren
  • Klapptüren oder Läden
  • Türen mit Flügeln um eine vertikale Achse in der Mitte
  • Türen mit schwebenden Flügeln
  • Schiebe- oder Falttüren

verglaste Metallschiebetür

Verglaste Metallschiebetür

Holzfenster und Holztüren

Die Einteilung der Holzfenster entspricht der oben beschriebenen Einteilung der Metallfenster.

Holzfaltfenster

Holzfalttür

Holztüren werden wie folgt eingeteilt:

  • Türen mit horizontal drehenden Flügeln beziehungsweise Anschlagtüren: Lattentüren, Brettertüren, Türen aus zwei Bretterlagen, genutete Füllungstüren und glatte Türen aus gekreuzten Brettern
  • Pendeltüren
  • Klapptüren oder Läden
  • Drehtüren
  • Türen mit schwebenden Flügeln
  • Schiebe- oder Falttüren, darunter vertikal und horizontal verschiebbare sowie faltbare Türen

einflügelige Holztür

Einflügelige Holztür

zweiflügelige Holzschiebetür mit Glas und Führung

Zweiflügelige Holzschiebetür mit Verglasung

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